Der Autor Callum Roberts erklärt in seinem Buch Der Mensch und das Meer, warum der größte Lebensraum der Erde in Gefahr ist. Nachfolgend erfährst du in Auszügen zusammengetragene Inhalte, vorwiegend aus dem Buch. Dieses kannst du hier bestellen: Link zum Buch

Seit 2017 gibt es erstmalig die Gelegenheit einen MSc „Marine Environmental Management“ an der University of York (GB) zu belegen. Weitere Informationen erhältst du hier:
Link zum Studiengang

Nimm dir 5 Minuten Zeit! Im folgenden Interview erzählt dir Callum Roberts, warum der Schutz unserer Ozeane so wichtig ist.

Zwei Geschichten

Zwei Geschichten

Welches Leben willst Du? Für Dich, Deine Kinder und Kindeskinder… Mehr Infos

Fischerei damals, heute

Fischerei damals, heute

Die Fischerei damals und heute – was hat sich verändert? Mehr Infos

Weniger Fische im Meer

Weniger Fische im Meer

Was kann ich tun, dass sich die Fischbestände erholen? Mehr Infos

Meeresströmungen

Meeresströmungen

Wie hängt der Klimawandel mit den grossen Meeresströmen zusammen? Mehr Infos

Umsiedelung

Umsiedelung

Können alle Lebewesen in kühlere Gebiete wandern? Mehr Infos

Korallenriffe im Klimawandel

Korallenriffe im Klimawandel

Welchen Einfluss hat die Klimaerwärmung auf die Korallen? Mehr Infos

Übersäuerung der Meere

Übersäuerung der Meere

Saure Meere – Geht uns die Luft zum Atmen aus? Mehr Infos

Der Meeresspiegel steigt

Der Meeresspiegel steigt

Der Meeresspiegel steigt – Was schützt unsere Küsten? Mehr Infos

Planktonblüten

Planktonblüten

Was hat der schön gepflegte Gartenrasen mit dem Fischsterben in den Meeren zu tun? Mehr Infos

Quallen

Quallen

Sommerurlaub mit Badeverbot? Quallen fühlen sich immer wohler in den Meeren. Mehr Infos

Langlebige Schadstoffe

Langlebige Schadstoffe

Was haben Menschen, Wale und Delfine gemeinsam? Was bewirken langlebige Schadstoffe? Mehr Infos

Öl und Benzin

Öl und Benzin

Woher kommt die grösste Ölverschmutzung im Meer? Wer kann das ändern? Mehr Infos

kommerziell erwerbliche Schadstoffe

kommerziell erwerbliche Schadstoffe

Wie viele kommerziell erwerbliche Schadstoffe gibt es? Mehr Infos

Ozeane voller Plastik

Ozeane voller Plastik

Warum es sich lohnt Plastikabfälle zu vermindern, verwenden und verwerten… Mehr Infos

Lärm unter Wasser

Lärm unter Wasser

Die Auswirkungen von Lärm auf die Lebewesen im Meer. Mehr Infos

Fremde, nicht indigene Arten

Fremde, nicht indigene Arten

Woher kommen eingeschleppte Arten im Meer und wie werden sie genannt? Mehr Infos

Krankheiten als Warnzeichen

Krankheiten als Warnzeichen

Warum und wann Lebewesen im Wasser anfälliger werden für Krankheiten. Mehr Infos

Umweltschützer Paradox

Umweltschützer Paradox

Klimawandel – Tatsachen, Skepsis und Kritik. Ein Paradox. Mehr Infos

Aquakultur

Aquakultur

Meeresschutzgebiete oder Aquakultur? Mehr Infos

Salzmarschen / Mangrovensümpfe

Salzmarschen / Mangrovensümpfe

Wildes Leben – Mangroven und Salzmargen Mehr Infos

Meeresschutzgebiete

Meeresschutzgebiete

Wildes Leben – Meeresschutzgebiete Mehr Infos

Welche Fische essen

Welche Fische essen

Welche Fische essen? Mehr Infos

Gesellschaftliche Verantwortung

Gesellschaftliche Verantwortung

Gesellschaftliche Verantwortung eines überbevölkerten Planeten Mehr Infos

Weltbevölkerung

Weltbevölkerung

Weltbevölkerung und 6. Massenaussterben Mehr Infos

Kreativität ist gefragt

Kreativität ist gefragt

Kreativität ist gefragt – nehmen wir unsere Zukunft in die Hand. Mehr Infos
  • Gegenwart 1:

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    Die majestätischen Lederschildkröten, Walhaie, Seeotter oder Blauflossenthunfische und viele mehr erfreuen sich dem Leben.

    Unseren Enkelkindern zu erzählen, welche Pracht an Tieren es in den Ozeanen gibt lässt ihre Augen erstrahlen. Wir können vermuten, wie sie sich in ihrer bunten Fantasie ausmalen mit diesen wunderbaren Tieren tauchen zu gehen. Wir selber wissen, dass wir den Wandel ganz knapp überstanden haben und geben ihnen Anhaltspunkte für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur.

    Zum Glück leben heute wieder dreissigmal so viele Atlantische Blauflossenthunfische. Riesige Eisflächen türmen sich im Südpolarmeer, das Arktiseis wird stärker, und der Nordpol sorgt für die richtige Umwälzung der verschiedenen Gewässer. Eingeschleppter Seetang konnte aus dem Mittelmeer entfernt werden und Seegraswiesen erfreuen sich ihrer alten Heimat. Das Leben in den Ozeanen blüt auf.

    Wir schätzen die ökologischen Prozesse, die wir nicht für selbstverständlich halten und von denen unser angenehmen Leben, unser Vergnügen und unsere Existenz abhängt. Die Ozeane werden geachtet und gepflegt.

    Der Fischerei wurde bewusst, dass sie Meereschschutzgebiete fördern müssen, damit sie auch mehr Ertrag haben. Die Anzahl der Menschen ist nochmals gestiegen, doch zum Glück hat sich dies nun beruhigt. Viel Gift dass in den Meeren schwimmt fand seine Ruhe oder wurde dem Meer entnommen.

    Die Industriestaaten helfen und unterstützend die Entwicklungsländer mit Know How, wie sie nachhaltiger Handeln können. Die nötigen Mittel stehen zur Verfügung und das Wissen wird gerne geteilt. Wir Menschen erfreuen uns an unserer Gesundheit.

    Früher verwendete man Kunstdünger, heute hat man bessere Lösungen gefunden die die Natur unterstützen und gesund halten. Filtrierer gibt es wieder in genügender Menge und Mangroven Wälder und Salzmargen werden stetig aufgeforstet und gepflegt.

    Das Leben der Meere pulsiert. Der Klimawandel konnte gestoppt werden. Die Zirkulation der Wasserschichten, kann ihren normalen Fortlauf nehmen. Die Arten mit den Carbonatgehäusen haben sich vermehrt. Ihre Häuschen dienen ihnen als stabilen Schutz. Die Phytoplanktonorganismen welche für die Produktion von Sauerstoff nötig sind erfüllen ihre Aufgaben.

    Die Welt ist wieder voller Fische. Die Ozeane sind gesund. Der Meeresspiegel bleibt konstant. Die Menschen können in ihren Häusern und Städten bleiben. Das Wetter ist wieder normalisiert. Die Meere sind sauber. Der Plastik ist aus den Meeren gefischt und entsorgt worden. Alle Orte konnten sich erholen. Der Mensch hilft sich selbst in dem er die Natur schützt und unterstützt.

     


    Gegenwart 2:

    Die majestätischen Lederschildkröten, Walhaie, Seeotter oder Blauflossenthunfische und viele mehr, wird es nirgendwo mehr auf der Welt geben, wenn wir so weiter machen. Ohne diese Tiere wird das Leben ein Teil seiner Grossartigkeit verlieren. Ist es fair, dass wir unsere Enkel dieser stolzen Tiere, die sie in einem Buch oder Film gesehen haben berauben?

    Seit den letzten tausend Jahren haben sich die Einflüsse auf die Umwelt von uns Menschen aufgetürmt. Der Wandel der im Gange ist, hat keinen vergleichbaren ausser vielleicht die Zeit nach dem Asteroideneinschlag der vor 65 Millionen Jahren die Dinosaurier aussterben liess. Unsere Einflüsse auf die Umwelt überhäufen sich.

    Vor 50 Jahren gab es in freier Wildbahn dreissigmal so viele Atlantische Blauflossenthunfische. Riesige Eisflächen sind im Südpolarmeer abgebrochen, das Arktiseis wird dünner, und nachdem am Norpol eisfreie Flächen auftauchen konnte sich Oberflächenwasser aus Nordpazifik und Nordatlantik zum ersten Mal seit 800000 Jahren vermischen. Eingeschleppter Seetang hat Seegraswiesen im Mittelmeer erstickt. Tote Zonen werden immer zahlreicher. Meeresströmungen haben sich verlangsamt.

    Auch wenn es schwer zu begreifen ist und gerne verschwiegen wird: Es besteht die Gefahr, dass die Meere wegen der starken Beeinträchtigung nicht mehr die ökologischen Prozesse aufrechterhalten können, die wir für selbstverständlich halten und von denen unser angenehmes Leben, unser Vergnügen und vielleicht sogar unserer gesamte Existenz abhängen.

    Der älteste Einfluss des Menschen auf das Meer ist die Fischerei, doch erst in den letzten 150 Jahren wurden die Auswirkungen auf globaler Ebene bemerkbar. Wir haben die Meere ausgebeutet und die wachsende Bevölkerung steht vor einem grossen Fragezeichen der Ernährung aus dem Meer. Hinzu kommt die steigende Umweltverschmutzung und der Bevölkerungswachstum. Viele giftige Ströme wurden zwar gestoppt, andere schmutzige Tätigkeiten wurden von den Industriestaaten in Entwicklungsländer verlagert. Viele Chemikalien haben sich so weit verbreitet, dass wir ihnen nicht mehr aus dem Weg gehen können. Und wir stellen immer wieder neue Chemikalien her, deren Auswirkungen wir erst viele Jahre später bemerken. Fortpflanzung und Gesundheit der Lebewesen werden beeinträchtigt. Wir Menschen stehen zu alle dem, an der Spitze des Nahrungsnetzes und reichern uns über die Nahrung aus den Gewässern mit Giftstoffen an.

    Die Industrialisierung der Landwirtschaft ermöglichte es den erwarteten Bevölkerungszusammenbruch in den 1980er und 1990er Jahren zu vermeiden, indem grosszügig angewendeter Kunstdünger und andere Agrochemikalien gespritzt wurden. Regen und Bewässerung tragen den Chemischen Ballast bis ins Meer und passieren Flussmündungsgebiete und Deltas in denen natürliche Filtrierer fast vollständig verschwunden sind und Feuchtgebiete gerodet oder umgepflügt wurden. Im Meer angekommen breitet sich durch die Nährstoffreiche Suppe ein Teppich aus, der alles Leben unter ihm erstickt. Quallen sind ziemlich die einzigen die sich darüber erfreuen. Der Klimawandel treibt den Wandel weiter voran. Die Erwärmung hat gravierende Auswirkungen auf die Zirkulation der Wasserschichten, was zu Sauerstoffverlust führt. Welche Auswirkung die Versauerung haben wird ist schwer vorauszusagen. Das Leben für Arten mit Carbonatgehäuse wird schwer werden und je nach Grad der Versauerung werden sie ausgemerzt. Zu dieser Art gehören auch einige der wichtigsten Primärproduzenten im Meer, die Phytoplanktorganismen, die das Nahrungsnetz aufrechterhalten.

    Warnzeichen genug um jetzt etwas zu ändern. Der Firth of Clyde in Schottland zeigt uns eine Welt ohne Fische. Vor der italienischen Vulkaninsel Ischia können wir zum Vergleichen in einem sauren Meer tauchen. Der Golf von Bohai in China zeigt, wie Tote Zonen durch Verschmutzung entstehen und wie Quallen und giftige Planktonblüten sich ausbreiten. An hunderten Orten auf der ganzen Welt bekommen wir einen Vorgeschmack auf die Verwüstung die sauerstoffarmes Wasser anrichten kann. Die Nordsee zeigt Wandernde Arten die vor der Wärme flüchten. San Francisco und der Golf von Maine füllen sich mit fremden Arten. Der Meeresspiegel steigt und macht vor Millionenstädten und riesigen Landwirtschaftlichen Zonen nicht Halt und die Meere füllen sich mit Plastik und anderen Abfällen.

     


    Ich stimme für: Geschichte 1 Geschichte 2

  • Fischerei, 11. Jahrhundert bis heute

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    Zu Beginn des 11. Jahrhunderts ernährten sich die Menschen 80 % von Süsswasserfischen. Städte die grösser wurden, Bevölkerungswachstum, sowie die Ausbreiten des Christentums sorgten für eine immer stärkere Nachfrage an Fischen (Das Christentum verlangte den vorübergehenden oder vollständigen Verzicht auf Fleisch von Vierbeinern). Die Landwirtschaft wurde ausgedehnt, Wälder abgeholzt und das Land für Nutzpflanzen umgepflügt. Innerhalb von kurzer Zeit verwandelte die Bodenerosion schnell dahinströmende, klare, kühle Gewässer in trübe Rinnsale. Fische fühlten sich darin nicht mehr wohl. Hinzu kamen Dämme zum Antrieb von Getreidemühlen die die Fischwanderungsrouten zum Laichen versperrten. Das Angebot der Süsswasserfische ging stark zurück. Zum Ende des 11. Jahrhunderts ernährten sich die Menschen 80% von Salzwasserfischen. Zu dieser Zeit wurden die Fische an Ort und Stelle verzehrt.

    Etwa ab dem 13. Jahrhundert nahm der Handel über grössere Distanzen mit luftgetrocknetem und eingesalzenem Fisch zu.

    Um das 14. Jahrhundert begann die Schleppnetzfischerei. Ein Netz wurde an einen Holzbalken gespannt und offen gehalten über den Meeresboden gezogen.

    Im 15. Jahrhundert wurde in Amsterdam eine Methode entwickelt um Heringe in Salzlake besser haltbar zu machen. (in der Antike wurde das bereits praktiziert.)

    Danach nahm die Fischerei – anfangs mit der niederländischen und dann auch mit der britischen Flotte stark zu. Im 17. Jahrhundert gingen mehr als zweitausend niederländische Schiffe auf Heringfang. Riesige Mengen Fische von beeindruckender Grösse sorgten für Begeisterung der Europäer.

    Zwischen dem 18. und Mitte des 19. Jahrhunderts ermöglichten Strassen und Eisenbanen einen produktiven Transport zwischen den Küsten und dem Landesinneren. Immer mehr Menschen konnten immer schneller beliefert werden, die Fischerei wurde durch die steigende Anfrage rapide angekurbelt.

    In den 1880er Jahren fuhren die ersten Dampfschiffe. Dies ermöglichte den Fischern Tag und Nacht bei jedem Wetter zu arbeiten. Distanzen auf hoher See waren kein Hindernis mehr und Fische konnten bis in grössere Tiefen verfolgt werden. Die steigende Nachfrage liess Schiffe und Netze wachsen.

    Anfangs des 20 Jahrhunderts ersetzen Dieselmotoren die Dampfmaschinen. Nach dem zweiten Weltkrieg folgte eine weitere Welle der Industrialisierung die sich bis in die 1970er Jahre fortsetze. Die Leistungen wuchsen durch die Entwicklungen. Kunstfasernetze ersetzen jene aus Hanf und Baumwolle, was schwerere Gerätschaften ermöglichte. Die Langleinen transformierten sich in kürzester Zeit in dutzende von Kilometer langen Leinen mit tausenden von Haken. Treibnetze wurden zu riesigen Todeswänden von ähnlich gewaltiger Länge. Enorme Schleppnetze konnte man dank riesiger Motoren hinter den Schiffen herziehen. Grundschleppnetze waren nun hundert Meter breit und mit Stahlkugeln ausgestattet um alle Unebenheiten auf dem Meeresboden zu erfassen. Eine solch grosse Vielfalt von Fischen und Schalentieren fangen zu können und diese haltbar zu machen erlebte noch nie einen derart steilen Anstieg wie in den letzten 100 Jahren.

    Eine neue Fischereitechnik kündigte sich ab den 1950er Jahren an – Die Echolotung. Mit dem Echolot konnte man Fische aufspüren, wie sich Kapitäne aus früheren Generationen niemals erträumt hätten.

    Seit den 1980er Jahren können Fischer mit Hilfe von Computern und Satelliten die Fische ausfindig machen und gezielt jagen.

  • Weniger Fische im Meer

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    Jagd und Fischerei sind die ältesten Einflüsse des Menschen auf das Meer und bis heute der stärkste.

     

    Die Wahrnehmung verschiebt sich von Generation zu Generation. Was wir heute tun bestimmt das Morgen. Das wachsende Interesse der Endkonsumenten an gesunden und fairen, nachhaltigen Produkten nimmt stetig zu. Gute Informationen sind essenziell. Wir Konsumenten bestimmen die Nachfrage, und somit das was, wie gefischt wird. Beginnen wir bei uns selber und achten darauf bewusst einzukaufen. Freuen wir uns Verantwortung zu übernehmen um eine nachhaltige Zukunft zu erschaffen. Je mehr Menschen darauf achten, desto stärker können wir das Angebot steuern und umso grösser wird die Kraft, auch unseren Kindeskindern Fische in den Meeren zu hinterlassen.

    Globale Vorschriften der Fischerei und die Einhaltung gut überwachter Fischereimethoden bieten eine gute Lösung, setzen wir uns dafür ein.

    Auf den folgenden Seiten gibt es Tipps zum Fischkonsum: Mehr Infos

  • Wind und Strömungen

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    Die gewaltigen Meeresströmungen kann man sich vereinfacht so vorstellen; Wenn man auf eine Tasse Tee bläst, wird der Tee durch den Luftstrom bis an den Rand der Teetasse getrieben, wo er sich dann der Tasse entlang abwärts über den Boden zurück zum Ausgangsort bewegt.

    Meeresströmungen bewegen sich durch den Wind und die unterschiedliche Wasserdichte. Oberflächenwasser fliesst in die Tiefe und wieder zurück. Die Bewegung kann bei Übersteigung der Schwellenwerte der Wassertemperatur oder Dichte gestört werden und sogar zum Stillstand kommen. Die Klimaerwärmung begünstigt einen solchen Stillstand. Dies hätte weitreichende Folgen für das Leben in den Ozeanen und auf der Erde. Wenn die Welt und somit die Meere sich erwärmen, führt dies zu geringer Umwälzung der Wasserschichten und dies wiederum zu grösseren Zonen wo nur wenig Sauerstoff vorhanden ist. Vor der Westküste Nordamerikas ist die Obergrenze der Wasserschichten mit geringem Sauerstoffgehalt bereits bis zu einhundert Meter näher an die Wasseroberfläche herangerückt. Bei starken Unwettern kommt es hier öfters zu massiven Fischsterben da die Fische, die in die sauerstoffarmen Schichten gespült werden, nicht überleben können. Es gibt zwei Klipppunkte, eines im Nordatlantik und das zweite im südlichen Polarmeer, wo gewisse Schwellenwerte der Wassertemperaturen oder Dichte nicht überschritten werden dürfen. Wir stehen knapp davor diese Punkte zu erreichen.

    Vor 251 Millionen Jahren wurde durch eine ausser Kontrolle geratene globale Erwärmung ein Massensterben verursacht. Die Ozeane litten an Sauerstoffmangel und hoher Kohloendioxidkonzentration. Das Leben erholte sich, doch dauerte dies lange 5 Millionen Jahre.

    Wir können unseren persönlichen Co 2 verbrauch minimieren und die Welt, wie wir sie heute kennen, bewahren: Let’s do it

  • Leben auf Wanderschaft

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    Manche Meereslebewesen können sich an die Umstände der globalen Klimaerwärmung anpassen. Andere siedeln in ein anderes Gebiet um, bis die Begebenheiten sie dort einholen werden. Die Auswanderung in ein anderes, kühleres Gebiet hängt von Körperbau, Nahrung und Lebensräume ab. Zudem verschieben sich Paarungs- und Fortpflanzungsplätze ebenfalls. Diese enorme Kluft zwischen ihrem Instinkt und dem was sie zum Überleben tun müssen, ist nicht leicht zu überwinden. Fische, für die Temperatur und geringer Sauerstoffgehalt eine Belastung darstellen, bleiben kleiner, leben kürzer und müssen einen grösseren Anteil ihrer Energie für das Überleben aufwenden. Fortpflanzung und Wachstum können somit nicht garantiert werden. Es gibt viele Lebewesen die sich weder so schnell anpassen noch umsiedeln können, diese Lebewesen können wir so unterstützen:

    Ich setze mich ein für eine kühlere Welt ein

    Mangrovenwälder / Salzmargen wiederaufbauen

    Meeresschutzgebiete fördern

    Korallen schützen

  • Einfluss von Wärme auf Korallenriffe

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    Die reichhaltigsten aller Lebensräume sind die Flachwasserriffe in den tropischen Meeren. Ihre Farbenpracht ist einzigartig. Sie bieten für unzählige Tiere, Schutz und Nahrung.

    Mikroskopisch kleine Pflanzen leben innerhalb des Gewebes der Koralle und versorgen sie mit Nährstoffen. Sie machen ihre Farbenpracht aus. Bei ansteigender Temperatur schädigen diese Pflanzen jedoch die Koralle. Die Koralle stösst dann die Pflanze von sich ab. Nun bekommt die Koralle eine kränklich weisse Farbe. Sie leidet an Hunger und stirbt innert weniger Wochen ab, wenn die Temperaturen nicht wieder auf den Normalwert zurückgehen. Die riesige Anzahl von Lebewesen, denen sie als Heimat diente, müssen umsiedeln oder sterben.

    Was kann ich tun?

    Korallenriffe schützen

    Your Power

  • Die Übersäuerung der Meere

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    Die Ozeane haben rund dreissig Prozent des Kohlendioxids aufgenommen, das durch die Tätigkeiten der Menschen freigesetzt wurde, vorallem durch das Verbrennen Fossiler Brennstoffe, die Umwandlung der Wälder und Sümpfe in Städte und landwirtschaftliche Nutzflächen, sowie die Zementproduktion. Dämmen wir die Kohlendioxidemissionen nicht ein, ist damit zu rechnen, dass der Säuregehalt bis 2050 um 150 % steigt. Das wäre ein seltenes Ereignis in der ganzen Geschichte unseres Planeten. Die Versauerung der Ozeane hat Auswirkungen auf einen grundlegenden Aspekt nahezu allen Daseins.

    Wenn die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre steigt erhöht sich auch die Menge des im Meer gelösten Kohlendioxids. Wenn Kohlendioxid sich im Meereswasser löst, entsteht Kohlensäure (Sprudelwasser, Champagner etc.). Dabei werden Biocarbonat und Wasserstoffionen frei, und die Menge an Carbonationen geht zurück. Die Wasserstoffionen machen das Meer saurer und der Rückgang der Carbonationen ist schlecht für alles, das nur mit einer Kalkhülle oder einem Kalkskelett leben kann.

    Die Polarmeere sind für ihre enorme Produktivität bekannt. Wale schwimmen jedes Jahr tausende Kilometer um sich dort vollzufressen. Die Versauerung der Polarmeere hat gravierende Auswirkungen. Eine entscheidende Tiergruppe in den Nahrungsnetzen sind die Pteropoden, winzige Schnecken mit einem Fuss, der sich zu zwei zarten Flügeln erweitert und zum Schwimmen dient. Sie leben in transparenten Gehäusen. Sie sind kleiner als ein Fingernagel, und ihre Dichte kann bis zu zehntausenden Individuen je Kubikmeter Wasser ansteigen. Wenn das Wasser nicht genügend mit Carbonat gesättigt ist, werden die Pteropoden verschwinden. Ihre Gehäuse lösen sich bei einem Säuregehalt der schon bald erreicht ist auf. Teile des Meeres vor Nordkanada sind schon heute für die Pteropoden Gehäuse ätzend. Die Versauerung wird durch das abtauende Meereis verstärkt. Im Polarmeer rund um die Antarktis wird es den Voraussagen zufolge 2030 soweit sein. In der Beringsee ungefähr im Jahr 2100.

    Wirbellose Tiere werden durch den steigenden Säuregehalt des Wassers im Wachstum, Verhalten bis zur Fortpflanzung beeinflusst. Dutzende Experimente bestätigen dies und in den Austernfarmen vor der Küste Oregons, kommt die Fortpflanzung in Verbindung mit einem höheren Säuregehalt des Wassers bereits jetzt immer wieder vollständig zum Erliegen. Wir Menschen sind durch die Überfischung wesentlich stärker als früher auf Schalentiere angewiesen. Sie alle bilden Gehäuse aus Carbonat. Im Jahr 2006 erzielte die US-Fischereiindustrie die Hälfte ihres Umsatzes mit Schalentieren. Schalentiere erfüllen zudem eine weitere wichtige Funktion; sie filtrieren und reinigen das Meereswasser.

    Wie sich die Versauerung auf den Kern der Lebenserhaltungssysteme auswirken wird, also auf das Phytoplankton (pflanzlichen Planktonorganismen) ist offen. Von ihm hängt das Leben als Ganzes ab. Phytoplankton produziert ungefähr die Hälfte des Sauerstoffes den wir Menschen einatmen und bildet die Grundlage nahezu allen Lebens in den Ozeanen. Wir sind auf Phytoplankton angewiesen.

    Deshalb ist es enorm wichtig, dass wir uns heute den Auswirkungen unseres Handelns bewusst werden, um unsere Zukunft in die richtige Richtung zu lenken. Auf folgenden Seiten finden Sie Tipps wie wir Co2 Emissionen vermindern können und das globale Bewusstsein stärken.

  • Der Meeresspiegel steigt

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    Vor ungefähr hundert Jahren, als die Temperaturen weltweit nach der Industriellen Revolution zum ersten Mal auf die Treibhausgasemissionen reagierten, begann der Meeresspiegel zu steigen. Seither hat sich der Prozess enorm beschleunigt. Zwischen 1870 und 2000 ist der gesamte Meeresspiegel um nahezu 20 cm angestiegen.

    Seit 1900 ist der Anstieg des Meeresspiegels zu ¾ auf die globale Erwärmung und somit auf die Kohlendioxidemissionen zurückzuführen; Ausdehnung des Oberflächenwassers, schmelzende Gletscher und Eiskappen sowie Grundwasser, das zur Bewässerung abgepumpt wurde, sind Auslöser. Der Weltklimarat sagte bis 2100 weitere 59 cm voraus. Dieser eher gering geschätzte Anstieg würde dennoch hunderte von Millionen Menschen von ihren Wohnorten vertreiben.

    Die Vorstellung, dass wir einige der bevölkerungsreichsten Städte der Welt beispielsweise New York oder das japanische Nagoya verlassen und dem Meer preisgeben, ist unvorstellbar. Wir werden Deiche bauen um den Ozean zurückzuhalten. London ist bereits seit 1984 durch ein Stauwehr in der Themse geschützt. In den ersten drei Jahren, nachdem sie in Betrieb gegangen sind, mussten sie die Segel zum Schutz einmal im Jahr schliessen, heute dagegen mehr als zwanzigmal.
    Deiche müssen das Schlimmste abhalten können. New York wird möglicherweise schon bald im atlantischen Hurrikan Gürtel liegen, weil das wärmende Meer den Wirbelstürmen auch in nördlicheren Breiten noch Nahrung gibt. Schon 2011 sorgte der Tropensturm Irene für Überschwemmung in Manhattan wodurch die Menschen evakuiert werden mussten. Dies war vermutlich ein Vorbote und mittlerweile besteht allgemein Einigkeit darüber, dass die Heftigkeit der Wirbelstürme in den kommenden Jahrzenten zunehmen wird.
    Bangkok ist wegen der Grundwasserentnahme im Delta des Flusses Caho Phraya um mehrere Meter abgesunken. Ende 2011 mussten grosse Teile der Stadt Bangkok zum ersten Mal evakuiert werden, da eine Überschwemmung in Verbindung mit einer Springflut den Ring der Deiche rund um die Stadt überwunden hatte.

    Auch die grossen Flussdeltas der Welt sind schon bei einem mässigen Anstieg gefährdet. Sie sind der Brotkorb der Menschheit, sie ermöglichen die Produktion der Grundnahrungsmittel wie Weizen, Reis und Mais. Dort steigt der Meeresspiegel 12.5 Millimeter im Jahr, fast viermal so schnell wie der Meeresspiegel insgesamt, da das Land absinkt.

    Das Absinken der Küsten kann mehrere Gründe haben:

    -geologischer Prozess, aus der letzten Eiszeit, die noch nicht abgeschlossen ist
    -Sedimentnachschub wird durch Staudämme oder Bauwerke abgeschnitten, ein Aufbau ist nicht möglich, da Sediment fehlt
    -Abpumpen von Wasser und Öl aus dem Boden

    Der Bedarf an Nahrungsmitteln wird weiterhin stark ansteigen mit dem rapiden Bevölkerungswachstum. Wir sind somit in Zukunft noch stärker auf die landwirtschaftliche Produktion und die fruchtbarsten Böden (Flussdeltas) der Welt angewiesen. Dort steigt der Meeresspiegel um bis zu 12.5 Millimeter im Jahr, fast viermal so schnell wie der Meeresspiegel insgesamt, da das Land absinkt. Um die bevorstehende Menschenmassenauswanderung einzudämmen, den Brotkorb der Menschheit zu schützen sowie unsere Küstenstädte vor dem steigenden Meeresspiegel zu bewahren, müssen wir die natürlichen Schutzmechanismen der Küsten und Flussdeltas aufforsten. Wie dies funktionieren kann, sehen wir an den tausenden über die gesamten Tropen verteilten ozeanischen Inseln. Die Malediven existieren nur deshalb, weil die Korallen ausreichend stark gedeihen konnten und das Wettrennen gegen die Erosion gewonnen haben. Gesunde Korallenriffe sind Wellenbrecher, die sich selbst reparieren. Sie schützen die Küsten besser als jede Betonwand, die wir auftürmen können, um Städte, Hotels oder landwirtschaftliche Nutzflächen abzuschirmen – ausserdem sind sie weitaus billiger.

    Wie Korallenriffe, so sind auch Feuchtgebiete sich selbst reparierende Wellenbrecher. Ihren Wert begreifen die Küstenbauingenieure immer mehr. Das dichte Geflecht aus Wurzeln und Stämmen hält Sedimente fest, bindet sie und stabilisiert damit die Küste. Wenn solche Lebensräume gesund bleiben und die Sedimentzufuhr ausreicht, können sie mit dem Anstieg des Meeresspiegels Schritt halten. Sie sorgen für die Verfestigung einer Schicht aus Schlamm und Torf, deren Dicke mit dem Meeresspiegel ansteigt. Robuste Feuchtgebiete sind wie eine Wand, die sich bei Bedarf immer höher aufbaut. Breite, dichte Salzmarschen brauchen kaum zusätzlichen Küstenschutz, sind sie dagegen schmal und spärlich, müssen sie durch Deiche gesichert werden.

    Nachdem in Vietnam die Mangroven, die während des Krieges durch Pflanzenvernichtungsmittel zerstört worden waren, neu angepflanzt hatte, verringerten sich die Kosten für die Deichreparatur von sieben Millionen Dollar im Jahr auf etwa mehr als eine Million.
    Lenken wir also unser Bewusstsein und unser Handeln darauf, das Leben der Korallenriffe zu schützen, Feuchtgebiete aufzuforsten und unsere Co2 Emissionen zu verringern.

    Was kann ich tun?

    Korallenriffe schützen

    Mangrovenwälder / Salzmargen wiederaufbauen

    Meeresschutzgebiete fördern

  • Planktonblüten, Tote Zonen

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    London war um 1815 mit 1,4 Millionen Einwohnern die grösste Stadt der Welt. Die Abwasser und Müll Entsorgung war jedoch alles andere als modern. Beides wurde zu einem grossen Teil auf die Strasse oder in Sinkgruben geschüttet. Die Erfindung der Wasserspülung erhöhte die Menge. 1858 erreichten sie mit dem sogenannten „Grossen Gestank“ der Themse ihren Höhepunkt. Diese „Londoner“ Probleme wiederholten sich auf der ganzen Welt und belasten noch heute die meisten Grossstädte in den Entwicklungsländern. Die Städte liegen an gewaltigen Flüssen, die den Menschen Wasser liefern und Abfälle mitnehmen. Diese Flüsse sind beim Erreichen der Meere voller Jauche, Giftstoffe und Müll aus den Städten, sowie Abwässer aus der Industrie und Landwirtschaft. Dieses Problem verstärkte sich nach dem zweiten Weltkrieg, als die Bauern zur Steigerung ihrer Erträge auf chemische Düngungsmittel zurückgriffen.

    Kunstdünger wird zum Nährstoff für Planktonblüten, die manchmal sogar vom Weltraum aus zu sehen sind. Wenn die Planktonorganismen abgestorben sind, entzieht ihre Zersetzung dem Wasser den Sauerstoff. Es ähnelt einem Leichentuch das über das Meer gelegt wurde. Viele Fische, Krebse und Garnelen schaffen es nicht zu flüchten und sterben wie Muscheln, Schnecken, Würmer und Seesterne die nicht weglaufen können. Fischer sind gezwungen, gespenstisch leeres Gewässer zu durchqueren, wenn sie dahinter in weiter Ferne noch etwas fischen wollen.

    In der Mississippimündung erreicht eine solche Tote Zone mehr als 20000 Quadratkilometer Ozean. Hinzu kommt, dass Planktonblüten auch für Menschen giftig sein können. Alle Indizien weisen nachdrücklich auf Düngemittel aus der Landwirtschaft als Ursache solcher Toten Zonen hin.

    Biologische Produkte sind ein wichtiger Schritt in eine positive Richtung. Natürlich brauchen wir noch weitere Lösungen, doch unser heutiger Griff zu Bioprodukten kurbelt die nachhaltige Produktion an. Fehler die früher gemacht wurden, müssen sich nicht mehr in anderen Ländern wiederholen. Die Anzahl Menschen und somit unsere Auswirkungen, sind heute zu gross um den Schaden danach wieder reparieren zu wollen. Wir müssen jetzt vorsorgen und unser Wissen grosszügig weitergeben. Es geht in der heutigen Zeit nicht mehr um die Erfolge einzelner Länder, sondern um das Bestehen der Natur und des Lebens als Ganzes.

    Biobauern, Karte wo Regionale Bioprodukte zu beziehen sind.

    Ideensammlung – Förderung für eine Nachhaltige Zukunft.

    Menschen die Projekte bereits umsetzen.

  • Quallen

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    Quallen überleben auch in Wasser, welches kaum mehr eine Spur Sauerstoff enthält. Sie gedeihen in stark verschmutzten Küstengewässern und ausserdem erfreuen sich die meisten Quallen über die globale Erwärmung. Quallen profitieren also aus der Dreierkombination aus Nährstoffanreicherung, niedrigem Sauerstoffgehalt und Überfischung. Experimente zeigen, dass sie offensichtlich den ansteigenden Säuregehalt der Meere auch vertragen. Manche Wissenschaftler prophezeien für das gesamte 21. Jahrhundert eine Invasion der Quallen. Quallen ernähren sich von Zooplankton, manche essen auch andere Quallen, jagen Eier und Larven von Fischen und Schalentiere und können so für einen Zusammenbruch mehrerer Fischbestände beitragen. Für Badegäste sind Quallen eine Belästigung und auch in Lachsfarmen sind sie nicht gern gesehen, da sie zu Verminderungen der Erträge führen können.

    Was können wir tun?

    Bio

    CO2 Verminderung

  • Langlebige organische Schadstoffe

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    sind zwar unsichtbar, auf lange Sicht für das Leben im Meer sogar gefährlicher als Öl. Ein gutes Beispiel ist die smaragdgrün leuchtende Sarasota Bay in Florida. Gewebeproben der Delfine, die in der Bucht leben zeigen, dass die Tiere eine schwere Schadstoffbelastung aufweisen. Sie stehen am Ende des Nahrungsnetzes. Die Giftstoffbelastung reichert sich im Laufe des Lebens an. Das am stärksten vergiftete Männchen, das man in der Bucht tot aufgefunden hat, war 43 Jahre alt. Sein Fleisch konnte mit seinem Chemikaliengehalt als Giftmüll eingestuft werden. Weibchen geben ihren Giftstoffanteil bei der Schwangerschaft und beim Säugen ihren Nachkommen weiter. Ihr eigener Giftstoffanteil sinkt dann auf ein Minimum ab. Nur die Hälfte von den Jungtieren überlebt das erste Lebensjahr, bei später geborenen Nachkommen sind es siebzig Prozent. Die Chemie ist nicht alleine dafür verantwortlich, natürlich geht es auch um Erfahrung und andere Punkte, dennoch ist es ernüchternd.

    Wir Menschen haben einen ähnlichen Körperfettanteil wie Finnwale. Das Fett schafft die Möglichkeit, dass sich in uns genau wie in Delfinen, Seehunden und Walen ein hässlicher Cocktail aus Umweltgiften anreichert. Und wie die Delfine von Sarasota können wir diese Stoffe über die Gebärmutter und die Muttermilch an unsere Kinder weitergeben. Giftstoffe können im späteren Leben alle möglichen Probleme nach sich ziehen, von Lernstörungen bis hin zu Krebserkrankungen. Es stellt sich auch die Frage ob unsere zunehmend vergiftete Umwelt, die Ursache für die steigende Häufigkeit kindlicher Störungen, wie des Aufmerksamkeitsdefizidsyndrom oder Autismus ist. Die gute Nachricht ist, dass PCBs seit 1976 in vielen Ländern verboten ist. Die Stockholmer Konvention über langlebige organische Schadstoffe, die 2001 unterzeichnet wurde, verbietet die Herstellung und den Gebrauch einer ganzen Reihe problematischer Chemikalien. DDT ist zur Schädlingsbekämpfung in einigen Entwicklungsländern immer noch erlaubt. Bis 2008 hatten sich 151 Staaten verpflichtet die Vorschriften einzuhalten. Die Konzentration geht allmählich zurück, doch PCBs und andere Giftstoffe werden noch Jahrzehnte im Umlauf sein, dies kann zb. durch den Abbau verschmutzter Abfälle und Befestigungsmittel aus Bauwerken geschehen. Am Meeresboden können alte Schadstoffe aufgewirbelt werden, wenn sie aus Sedimenten ausgewaschen, durch Treibnetze der Fischerei, oder aus zerfallenen Überresten vergifteter Abfälle freigesetzt werden.

    Auch Kupfer, Blei, Zink und Quecksilber belasten die Ozeane. Zu wenig Beachtung findet das freigesetzte Quecksilber, welches durch das Verfeuern von Kohle und der Müllverbrennung in die Umwelt geschleudert wird und wiederum in den Meeren und dem Nahrungsnetz landet. Einer Schätzung zufolge stammen 40 % des Quecksilbers, das die US Amerikaner im Körper haben von Thunfischen. Sowie die heimtückische Wirkung von Methylquecksilber. POPs und Schwermetalle können die Wirkung auf Hormone nachahmen und das endokrine System durcheinanderbringen. Methylquecksilber bewirkte bei Schneesichlern aus Florida, welche in den Sümpfen ihre Nahrung mit dem Schnabel picken, dass die männlichen Vögel sich mit anderen Männchen paaren wollten, da sie für die Weibchen nicht mehr attraktiv waren.

    In den 1970-1980er Jahren wurde häufig Tributylin als Fäulnishemmer auf Schiffsrümpfe aufgetragen. Weibchen der Nordischen Purpurschnecke die mit dieser Verbindung in Kontakt kommen, wächst ein Penis, Austern erleiden eine Fehlbildung der Schale und manche Muschelbänke in der Nähe von Häfen und Yachthäfen kollabierten. 2008 wurde ein weltweites Verbot der Substanz ausgesprochen von der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation.

    Flammenschutzmittel oder BFRs wurden seit den 1970er als Ersatz für PCBs verwendet. Schwertwale von Hawai enthielten Brandschutzmittel in hoher Konzentration und bei Seelöwen aus Südkaliforniern war die Konzentration noch 45 mal höher. Hohe Brandverhütungsmassnahmen verpflichten die Hersteller Chemikalien einzusetzen. Auf Möbel, in Leiterplatinen, Kunststoffen die in Geräten der Unterhaltungselektronik verwendet werden, Styroporbechern und in manchen Lebensmittelverpackungen sind sie vorhanden, Kunstfaser Kleidung wird damit getränkt. In elektronischen Geräten und dem Polsterschaums von Möbeln machen BFRs 1/4 des Gewichts der Kunststoffe aus. Sie sind weniger giftig als PCB doch auch sie neigen dazu sich in unserem Körper auf dem Weg durch die Nahrungskette anzureichern. Mütter geben sie während der Schwangerschaft und beim Stillen an ihre Kinder weiter. Heute besteht wegen ihrer Gefährlichkeit grosse Besorgnis, manche Staaten unter ihnen Kanada haben die gefährlichsten derartigen Substanzen bereits verboten. Wir sollten an dieser Stelle daran denken, dass solche Substanzen jedes Jahr tausende oder vielleicht Millionen von Menschenleben retten. Brandschutzmittel haben schon viele von uns davor bewahrt im Bett geröstet zu werden. DDT hat Malaria Todesfälle verhindert. Sicherheit einerseits und mögliche Gefahren andererseits brauchen das richtige Verhältnis.

    Auch Medikamente zur Bekämpfung gesundheitlicher Probleme nehmen durch die grössere, immer älter werdende Bevölkerung auf der Welt zu. In der Europäischen Union befinden sich raffinierte Reinigungsverfahren in der Erprobung, aber die sind sehr teuer und energieintensiv. Ideen für kostengünstigere und umweltfreundliche Alternativen sind sehr gefragt. In Entwicklungsländern, wo die pharmazeutische Produktion nur lasche Kontrollen hat, ist die Möglichkeit gross, dass Medikamente in die Umwelt freigesetzt werden. Ihre geringe Konzentration bewirkt grosse biologische Wirkung. Manche reichern sich in den Nahrungsnetzen an. Viele werden ausgeschieden und bleiben in der Umwelt über lange Zeit hinweg vorhanden. Ein bekanntes derartiges Medikament ist die des synthetischen Östrgens aus Verhütungsmitteln und Hormonersatztherapien. Unterhalb von Abwasseraufbereitungsanlagen wurden männliche Fische durch diese Substanz verweiblicht. Antidepressiva beeinflussen Stimmung und somit das Verhalten der Fische. Prozac TM kann bei Fischen Symptome wie planlose Schwimmbewegungen, Apathie, Verringerung der Aggression und Fressstörungen auslösen.

    Eine neue Klasse der Umweltgifte sind die Nanopartikel. Sie haben einen Durchmesser von einem Millionstel Millimeter. Sie finden sich als Silberteilchen, die als bakterienhemmender Wirkstoff in Unterwäsche und Socke eingearbeitet werden, in Speiseöl, Solarkollektoren, pharmazeutischen Wirkstoffen und unzähligen anderen Zwecken. Nanopartikel gelangen leicht in Abwässer die im Meer landen. Da sie so winzig sind, können sie auch von Körperzellen aufgenommen werden. Die Erforschung und Entwicklung der Nanotechnologie wird grosszügig unterstützt. Muscheln die mit den Nanopartikeln in Glaswolle in Berührung kamen starben. Pestizide mit der Grösse von Nanopartikeln führen zwar zu einem Rückgang der eingesetzten Menge, doch dass sie neue gravierende Umweltschäden hervorrufen liegt auf der Hand.

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  • Öl und Benzin

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    Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist Öl die Triebkraft der Industrie. Seit jener Zeit begleiten uns Ölumfälle und mit ihnen die schockierenden, traurigen Bilder von Seevögeln und anderen Tieren des Meeres die sich durch das dunkle, erstickende und unentrinnbare Öl kämpfen.

    (Fischgerätschaften, die Seevögel und Meeressäuger in Europa und anderswo festhalten und ertrinken lassen, fordern einen noch viel grösseren Tribut. Die Fischereiflotte im Golf von Mexiko tötet an einem Tag mehr Meerestiere als der Unfall von Deepwater Horizon im Laufe mehrerer Monate.)

    Höhere Sicherheitsstandards und höhere Investitionen für Vorbeugungsmassnahmen sind das Ziel, da die Menschheit sich in nächster Zeit nicht von Öl abgewöhnen wird, obwohl dies das aller Beste wäre. Ölplattformen und Pipelines können bei Unfällen zu einer Ölpest führen. Seit den 1970 Jahren haben sich die Pipelinelecks mehr als verdreifacht, da heute viel mehr Öl gepumpt wird und viele Pipelines veraltet sind. Das eigentliche Problem liegt an der Expansion der Ölförderung bis in die Tiefsee. Die Unternehmen haben ihre Methoden zum Anzapfen von Ölquellen viel weiter entwickelt als die Fähigkeit, eine Katastrophe einzudämmen, wenn etwas schief geht. Ein Umdenken, und Neuhandeln immer mehr Individuen ist nötig, um die Konzerne zu erreichen.

    Die grösste Ursache für Ölverschmutzung im Meer sind nicht havarierte Tanker oder unvorsichtige Bohrarbeiten. Es sind Menschen wie Sie und ich. 2/3 des Öls, das zB. rund um Nordamerika ins Meer gelangt, stammen aus Abwässern von Land (weggeschüttetes Maschinenöl, Treibstoffe oder Lecks aus Industrieanlagen) oder werden unmittelbar durch Freizeitboote und Jet-Skis eingebracht. Die grosse Mehrzahl der Freizeitboote wird durch Zweitacktmotoren angetrieben. Ein Viertel des Benzin-Öl-Gemischs fliesst durch den Motor unmittelbar ins Meer. Auch viele Motorroller fahren mit Zweitaktmotoren.

    Benzin und Öl reichern sich an der Meeresoberfläche an, legen sich um die schwimmenden Eier und hungrigen Larven vieler hundert Tierarten und vergiften sie. Eine derart schamlose Verschmutzung zu tolerieren, obwohl es Alternativen gibt ruft nach Kundtun, Bewusstwerden und unser Wissen umzusetzen und weiterzugeben. Wir Konsumenten haben die grösste Macht für Veränderungen.

  • 8.4 Millionen chemische Substanzen

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    sind weltweit kommerziell erhältlich. Gefahren werden oft erst entdeckt, wenn die Produkte bereits Jahre lang im Umlauf waren. Hier besitzen wir als Konsumenten eine grosse Eigenmacht. Wir können zweimal überlegen was wir einkaufen und konsumieren und somit die Produktion leiten und die Umwelt schützen. Achten wir darauf nachhaltige Produkte anzuwenden und den Verbrauch giftiger Substanzen auch in unseren Hausgärten zu vermeiden. Es gibt auch Reinigungsmittel, Waschmittel und andere Haushaltsartikel welche umweltfreundlicher sind als andere. Sie finden hier einen Link zu solchen Produkten. Des Weiteren fragen Sie ihre Mutter oder Grossmütter, oft gibt es natürliche Tricks, die täglichen Herausforderungen des Haushaltes zu meistern. Denken Sie auch bei Ihren Freizeitbooten daran, sich vorab gut zu informieren, welche Produkte sich für den direkten Gebrauch in Gewässern eignen und die Umwelt schützen.

    Mit solchen Schritten tragen wir Verantwortung für uns und unsere Umwelt, sind Vorbild für unsere Kinder und kurbeln mit einer bewussten Nachfrage die Produktion Nachhaltiger Produkte an. Es gibt einzelne Stellen in den Ozeanen die so vergiftet sind, dass Fischerei dort verboten ist. An manchen Stellen wurde damit begonnen diese zu säubern. In dem wir unser Wissen weitergeben, können wir es schaffen, dass solche Zonen sich gar nicht erst ausbreiten. Die Technologie und Produktion von Produkten, wird in die nachhaltige Richtung gelenkt.

  • Ozeane voller Plastik

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    Kunststoffe sind erst seit 1945 umfassend verwendet worden. 2000-2010 produzierten wir mehr Kunststoffe als in der gesamten Geschichte bis zum Jahr 2000. 1/3 aller Kunststoffe werden zu Wegwerfverpackungen verarbeitet die 1 Mal benutzt und dann weggeworfen werden. Die enormen Plastikabfälle werden immer mehr Menschen bewusst. Plastik landet im Müll, ein Teil wird Recycelt und ein beträchtlicher Anteil findet den Weg über die Gewässer ins Meer. Ein Albatrosküken das man im Pazifik fand hatte ein Stück Plastik gefressen, in das eine Seriennummer eingepresst war. Man konnte es zu einem Bomber der US-Luftwaffe zurückverfolgen der 1944 ins Meer gestürzt war. An allen Stränden der Welt werden Plastikteile angespült und mit den Wellen wieder fortgetragen. In Südafrika wurden für Statistische Zwecke, 1984 bis 2005, alle Plastikverschlüsse von Flaschen gezählt, die an einen Strand gespült wurden. Sie nahmen um fünftausend Prozent zu.

    Kunststoffe werden nur sehr langsam abgebaut und zerfallen im Verlaufe der Zeit in winzige Stücke. Ungefähr ½ sinkt mit der Zeit auf den Meeresgrund. Plastikteilchen die sich zersetzen geben giftige Verbindungen frei. Sie reichern sich auf ihrer Oberfläche mit Giftstoffen und Chemikalien an und erreichen manchmal eine Konzentration, die mehr als eine Million Mal höher liegt als im Meerwasser um sie herum. Viele Teilchen, die in den Ozeanen herumtreiben, haben eine Grösse von Millimetern und sind oft so klein wie Planktonorganismen, die auf dem Speiseplan von unzähligen von Lebewesen am unteren Ende des Nahrungsnetzes stehen. Nahezu alle Arten, die das Wasser filtrieren, fressen die kleinen Kunststoffteilchen. Das konnte man in Experimenten belegen. Auch in Sedimenten, Meeresboden oder Stränden sind sie in grosser Zahl zu finden. Lebewesen nehmen den Plastik und die Chemikalien auf. Tiere die diese essen, nehmen den Mix wiederum in sich auf. So reichern sich die Giftstoffe bis zu den Fischen an, die am Ende des Nahrungsnetzes stehen und wir gerne essen. Plastik kann bereits in Blutbahnen von Menschen nachgewiesen werden.

    Es lohnt sich also den Plastikkonsum zu vermindern und auf Wegwerfverpackungen zu verzichten. Auch bei Kosmetikprodukten können wir darauf achten dass Polyethylen nicht auf der Zutatenliste steht. Manche Peelings und Gesichtscremes werden mit winzigen Plastikkügelchen angereichert. In diesem Fall waschen wir uns mit Plastik, das bei der Abwasseraufbereitung nicht komplett ausgefiltert werden kann. Wenn diese Produkte nicht mehr gekauft werden, verschwinden sie auch wieder aus dem Sortiment.

    Der Wandel ist möglich und bereits im Gang. Die Tierfilmerin Rebecca Hoskins setzte sich dafür ein, dass Plastiksäcke in ihrem Heimatort Modbury in England abgeschafft wurden. Dies führte soweit, dass es in Supermärkten von ganz Grossbritannien zu einer Verringerung der Benutzung von Plastiktüten kam. Auch in den Entwicklungsländern wandelt sich der Zeitgeist. In Indien in Maharashtra wurden Plastiktüten von den Behörden verboten und auch Südafrika hat die dünste Form von Plastiktüten verboten. Reinigungen von Stränden treffen auf grosses Interesse freiwilliger Helfer mit wundervollen Erfolgen. Auch die Fischereiindustrie wurde mit dem Projekt „Fisching for Liter“ in Europa dazu bewogen den in den Netzen gefangenen Müll an die Küste zu bringen anstatt wieder im Meer zu entsorgen.

    Abbaubare Kunststoffe, wie zb aus Maisstärke könnten die Plastiksäcke ersetzen. Es muss gewährleistet sein, dass sie abgebaut werden können und nicht lediglich verkrümeln.

    Boyan Slat ein 21 Jahre junger Umweltaktivist hat es geschafft enorme Aufmerksamkeit auf die Befreiung der Ozeane von Plastikabfällen zu ziehen http://www.theoceancleanup.com/. Riesige Müllflecken in den Ozeanen ziehen endlose Kreise. Der grosse Pazifische Müllfleck erstreckt sich über 700000 Quadratkilometer. Zwanzig Schiffe, die mit einhundert Meter breiten Schwimmern ausgestattet sind und rund um die Uhr arbeiten, könnten den Wirbel im Nordpazifik innerhalb von fünf Jahren reinigen. Kleinste Stücke die bereits vom Laufe der Zeit verfallen oder gesunken sind davon ausgeschlossen.

    Jedes Stück Plastik, das am Strand oder Wegesrand aufgehoben wird hinterlässt einen Eindruck bei anderen Menschen, die wiederum etwas an ihrem Verhalten ändern. Unter dem Link Ich will anpackenwerden Vereine und Gruppen aufgelistet die Sammelaktionen an Strände ins Leben gerufen haben und sich über jeden Freiwilligen Helfer freuen. Ein Beispiel ist www.trashhero.org welches vom Schweizer Roman Peter ins Leben gerufen wurde. Mit freiwilligen Helfern zusammen konnten bereits weltweit Unmengen an Müll von den Stränden entfernt werden.

    Vorbildliches handeln und gute Information ist ein wichtiger Punkt. Menschen sind oftmals nicht so gut gebildet und können nicht wissen, was Plastikabfälle in der Umwelt und dem Menschen für Schäden anrichten können. Informieren wir uns und geben ab heute unser Wissen weiter.

    Plastikabfälle – Vermindern, Verwenden, Verwerten, (allenfalls Verbrennen, auch Umweltschädlich, und zur Stromerzeugung nutzen)

    Ich will anpacken.

  • Lärm unter Wasser

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    Heute werden 80 Prozent aller international gehandelten Waren auf dem Seeweg transportiert. Supertanker machen einen ohrenbetäubenden Lärm. Ein Wal kann ihn mit der Schall Übertragung unter Wasser bereits einen Tag vor der Ankunft hören. Doch es gibt noch weitaus heftigeren Lärm. Unterwasser Gestein wird mit Explosionen nach Öl und Gasvorkommen abgesucht. Vermessungsschiffe haben Luftgewehre, die Schallwellen von bis zu zweihundert Dezibel erzeugen und Schockwellen durch den Meeresboden laufen lassen.

    Tiere unter Wasser kommunizieren mit Schall. Viele Meerestiere haben darum ein ausgezeichnetes Gehör. Sie können mit Hilfe des Schalls das Bild ihrer Umgebung wahrnehmen, natürliche Feinde meiden, Paarungspartner anlocken und Beute finden. Hintergrundlärm macht ihr Leben schwieriger und gefährlicher. Sie stehen unter Stress, wenn sie dem Lärm von Booten oder anderen lauten Geräuschen ausgesetzt sind. Ihr Herz schlägt schneller und einiger bilden Cortisol. Das Hormon das gestresste Manager oder gehetzte Mütter oftmals erhöht haben. Cortisol steigert den Blutdruck, erhöht das Herzinfarkt- Schlaganfallrisiko und unterdrückt das Immunsystem.

    Hintergrundgeräusche machen es zB. für Larven wie die der Rifffische schwieriger, sich von Schallwellen zum richtigen Lebensraum leiten zu lassen. Auch die Nahrungsaufnahme wird durch die akustische Verschmutzung gestört. Meerestiere unterbrechen ihre Nahrungssuche immer wieder, wenn ein Boot näher kommt. Somit ist Lärm ein weiterer Einfluss, der den Bestand einer Population beeinflussen kann.

    Es gibt einfache Methoden, um die Lärmentwicklung von Schiffen zu vermindern. Die lautesten Geräusche entstehen durch die Propellerkavitation. Eine rotierende Schiffsschraube erzeugt hinter jedem Schraubenblatt eine Zone mit vermindertem Druck. Dieser ist umso niedriger, je schneller die Schiffsschraube sich dreht, und irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem sich zwischen Wasser und Propeller ein Hohlraum bildet. Wenn diese Kavitäten weggeschleudert werden, schliessen sie sich mit einem hörbaren Knall. Bei einer niedrigen Geschwindigkeit tritt keine Kavitation auf. Somit wäre eine einfache Lösung zur Lärmverminderung – langsamer zu fahren. Viele Schifffahrtslinien haben ihre Geschwindigkeit bereits von 25 auf 12 Knoten vermindert. Ironischerweise sind sie wieder bei der Geschwindigkeit der früheren Segelschiffe angekommen. Hohe Treibstoffkosten und das wachsende Bewusstsein für die Treibhausgasemission der globalen Flotte waren Auslöser für die Verminderung. Die grössten Schiffe geben mehr Kohlendioxid ab, als die kleinsten Staaten der Welt und insgesamt trägt die Handelsflotte 4.5 Prozent zur globalen Kohendioxidverschmutzung bei.

    Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation hat Verbesserungen bei der Sicherheit der Öltransporte umsetzen können. Mit Sicherheit ist es möglich auch die Lärmverschmutzung und Treibstoffeffizienz zu vermindern. Setzen wir uns dafür ein. Organisationen die sich in diesem Bereich einsetzen, sind ermuntert sich bei uns zu melden um ein grösstmögliches Bewusstsein und Unterstützung anzukurbeln.

    1996 kam es am Golf von Kyparissia im Westen Griechenlands zu einer ungewöhnlichen Massenstrandung von Cuvier Schnabelwalen. Wenn mehrere Wale gleichzeitig stranden, kommen sie in der Regel am gleichen Ort an die Küste. Dieses Mal jedoch strandeten sie getrennt, an einem nahezu 40 km langen Küstenabschnitt. Die Nato hatte im Golf von Kyparissia genau zur Todeszeit der Wale ein Marine-Sonarsystem getestet, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Zusammenhang besteht ist gross. Entweder waren sie unmittelbar durch die Geräusche geschädigt, oder waren derart orientierungslos, dass sie unabsichtlich an die Strände schwammen. Seit da stranden Schnabelwale verschiedener Arten auf ganz ähnliche Weise und fast immer hatte das Militär ganz in der Nähe extrem laute Geräte getestet. Die betroffenen Tiere haben oftmals schwerwiegende innere Verletzungen und bluten sogar aus den Ohren. Sie litten wie Taucher die zu lange unter Wasser geblieben sind an der Kompressionskrankheit.

    Wenn Sie gerne helfen möchten, ist die Unterstützung zum Aufbau von Meeresschutzgebieten eine gute Lösung. Meereslebewesen haben hier die Möglichkeit sich von einigen der vielen Einflüsse erholen zu können und ihre Überlebenschance zu stärken.

    Hier finden Sie interessante Infos:

    Info Meeresschutzgebiete Mehr Infos

    Meeresschutzgebiete fördern

  • Fremde „nicht-indigene“ Arten

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    Arten werden durch viele Faktoren begrenzt, physische Barrieren sind die häufigsten. Wir Menschen haben diese Barrieren durchbrochen oder beseitigt. Seit dem 15. Und 16. Jahrhundert, als die grossen Entdeckungsreisen zur See begannen, konnten Arten plötzlich viel grössere Entfernungen zurücklegen. Die Reisen ermöglichten neue Besiedlungen in andere Regionen. Sie mussten Hürden des Transports überstehen und am neuen Ort in genügender Anzahl angekommen sein, um im neuen Revier Fuss fassen und sich selbst erhalten zu können

    In früheren Jahrhunderten lagen Schiffe häufig viele Wochen an fremden Küsten vor Anker oder im Hafen. Lebewesen die sich an der Unterseite der Schiffe angeheftet haben, hatten genug Zeit, Eier und Larven freizusetzen. Zudem wurden sie alle paar Monate sauber gekratzt wobei unzählige Arten an neue Orte verschleppt wurden. Im Wasser, oberhalb des Kiels der Schiffe in der Bilge, konnten Pflanzen und Tiere transportiert werden. Ballaststeine, dienten die wenig beladenen Schiffe für den ausreichenden Tiefgang schwerer zu machen. Die Steine liessen sie dann in der neuen Welt liegen und beluden ihre Schiffe stattdessen mit Ladung. Diese Steine waren auch oft mit blinden Passagieren besetzt.

    Seit dem Ende des 19 Jahrhunderts wird Wasser als Ballast in einem Hafen aufgenommen und in einem anderen wieder abgelassen. Dies ist das heutige Auswanderungsvehikel. Winzige Eier oder Larven, sogar ausgewachsene Fische bis zu dreissig Zentimeter können sich so ungewollt auf Reise begeben. Die letzte Zählung ergab 50‘000 Schiffe die aktuell mit Gütern beladen auf den Meeren herum pflügen. Jedes Jahr werden ungefähr 12 Kubikkilometer Ballastwasser von einem Ort zum anderen transportiert.

    Eingeschleppte Arten nennen wir „fremd“ oder „nicht-indigen“. Die Folgen für ein Ökosystem sind oft verheerend. Eingeschleppte Lebewesen können lokale Arten ausrotten und ein Chaos anrichten. In Süd Florida wurden Ende 20. Jahrhunderts genug Rotfeuerfische aus Aquarien frei gelassen, dass sich eine neue Population bilden konnte. Das Leben der Korallenriffe in der Karibik wurde durch diese Invasion komplett verändert, die Tiere die dort lebten wurden niedergemetzelt. Nicht alle eingeschleppten Arten verursachen Probleme. Schätzungen aus dem Jahr 2000 zufolge, kostet es uns dennoch jedes Jahr 1.4 Billionen Dollar die durch eingeschleppte Arten angerichteten Schäden „rückgängig“ zu machen.

    Vorbeugen ist auch hier die beste Lösung. Für die Aquakultur ist es am einfachsten, Arten nicht mehr ausserhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes zu züchten. Ballastwasser der Schiffe kann mit der Abwärme der Motoren oder UV-Licht unerwünschte Passagiere vermindern. Eine weitere Lösung ist es, das Wasser auf hoher See zu wechseln. Arten die aus Küstenregionen stammen richten grössere Schäden an. Die Bekämpfung invasiver Arten an den Rümpfen kann mit der Beschichtung aus glasverstärktem Vinylharz zum Erfolg führen. Es verringert die Reibung und erschwert es wandernden Arten, sich daran festzusetzen. Hochdruckreiniger können diese instand halten. Ein internationales Abkommen, kann den nötigen Erfolg bringen.

    Organisationen die sich um ein solches Abkommen einsetzen können sich gerne mit uns in Verbindung setzen für Kundmachung und Unterstützung.

  • Krankheiten als Warnzeichen

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    Mehrfachbelastungen wie Umweltverschmutzung, Klimaerwärmung und Verletzungen der Individuen führen dazu, dass Tiere und Pflanzen anfälliger werden für Krankheiten.

    Feriengebiete sind jedes Jahr Ziele von Millionen Schnorchlern und Tauchern, von denen der eine oder andere an empfindliche Lebewesen anstösst, sie sogar zertrampelt oder zerdrückt. An manchen Orten findet man kaum noch unverletzte Korallen.

    Der Fischfang mit Schleppnetzen und Muschelbaggern richtet ungeheure Kollateralschäden an. Das Grundtau eines solchen Netzes ist mit Gewichten oder Rollen so konstruiert, dass es stehts in der Nähe des Meeresbodens bleibt. Ein sogenannter Kurrbaum kann die Netze offen halten und auf kufenartigen Schuhen über den Meeresboden gezogen werden. Vor der Netzöffnung sind Ketten angebracht die Fische aufscheuchen die sich am Boden schmiegen. Grundtaue und Ketten rasieren Korallen, Schwämme, Seefächer, Seetang und viele andere Meereslebewesen einfach ab. Felsbrocken werden abgeschlagen und mit über den Boden gezogen, wenn das Netz weitergeschleppt wird.

    Noch extremer als Schleppnetze, in der Regel jedoch kleiner, sind Dredgen auch Muschelbagger genannt. Sie besitzen einen Stahlrahmen mit senkrecht nach unten stehenden Zähnen mit denen der Meeresboden umgepflügt wird. Dahinter befinden sich ein Beutel aus Kettengeflecht und ein Netz, das den Fang aufnimmt. Sie hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Krebse mit drei Beinen und durchlöchertem Panzer quälen sich über abgerissene Stücke von Schwämmen, zerstückelte Seefächer liegen quer über Korallen, die zerrissen wurden und gezackte Wunden tragen, Muscheln mit fehlenden Schalenstücken warten darauf, dass sie von einem der vielen Aasverwerter gefressen werden. Das in einem Jahr betroffene Gebiet ist ungefähr 1 ½ Mal so gross wie Europa oder Nordamerika.

    Steigende Wassertemperaturen setzen die Wirtsorganismen unter Stress, womit sich Krankheitserreger wohl fühlen. Der ansteigende Säuregehalt ist der Grund für dünnere, zerbrechlichere Gehäuse und Skelette und bedeutet eine grössere Gefahr für Verletzungen. Auch Düngemittel aus der Landwirtschaft und Abwässer, kann Krankheiten begünstigen. In einem Experiment stellte sich heraus, dass sich Krankheiten bei karibische Seefächern und Korallen schneller ausbreiten, wenn man Nährstoffe zusetzte.

    Das Bewusstsein der Konsumenten steuert auch hier die Art wie Meereslebewesen gefischt werden. Nachfrage ergibt das Angebot.
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    Worauf beim Konsum achten?

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  • Umweltschützer Paradox

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    Die Natur passt sich an und verändert sich, doch das Problem ist, dass wir die Welt in einem rasanten Tempo verändern. Die Arten können sich nicht so schnell anpassen. Die Belastungen, die der Mensch seiner Umwelt auferlegt, üben einen starken Selektionsdruck auf die Lebewesen aus, und wer weniger gut damit zurechtkommt, wird ausgemerzt. Wir Menschen sind der Grund dieser Veränderung.

    Seit den 1980er Jahren werden riesige Mengen an Meeresalgen an die Strände gespült und verrotten da. Sie produzieren Schwefelwasserstoff, ein giftiges Gas das Augenreizungen, Rachenschmerzen sowie in manchen Fällen auch Atembeschwerden verursacht. Beachtlich ist, dass die Zahl der Astmaanfälle die in Krankenhäusern behandelt werden mussten im Bundesstaat Washington höher liegt, als im Durchschnitt der Vereinigten Staaten und ist in den letzten zehn Jahren angestiegen. Das Problem der Algen ist auf die Nährstoffe zurückzuführen die aus Abwässern und Dünger stammen, sowie aus den Stadtgärten und Hausgärten die wir düngen. Schönste Strände werden zu ökologischen Desastern, da sich immer grössere Berge aus verrottendem Seetang auftürmen.

    Trotz sehr vieler solcher eindrücklichen Beispiele stehen viele Menschen vor einem Rätsel. Ihnen und dem Wohlergehen vieler Menschen geht es immer besser. Dies eröffnet Spielraum für grosse Skepsis und Kritik. Es gibt mehrere Erklärungen zu diesem Umweltschützer Paradox.

    1. Nahrung ist mit Abstand das wichtigste als Schlüssel zum Wohlbefinden der Menschen. Die Lebensmittelproduktion steigt, die Erzeugung von Fisch, Fleisch, und Getreideproduktionen sind schneller gewachsen als die Bevölkerung und davon profitieren die Gesundheit sowie die Lebenserwartung. Doch dies ist nicht gleichmässig verteilt und an vielen Orten werden durch schnelle Bodenerosion oder Wasserknappheit Hungersnöte ausgelöst.
    2. Das Erfindungsreichtum der Menschen hat uns bis anhin an vielen Orten vor den unangenehmen Auswirkungen der veränderten Umwelt bewahrt. Wir können heute Nahrung von der anderen Seite der Welt heran schaffen, chemische Düngemittel schenken uns Zeit und Erträge und Fische jagen wir via Computer um unsere Speisekammern zu füllen.
    3. Eine weitere Erklärung ist es, dass wir die Auswirkungen noch nicht erlebt haben. Sobald die Ersparnisse unsere natürlichen Ressourcen aufgebraucht sind, werden wir unserer verschwenderischen Lebensweise zu spüren bekommen. Das enorme Bevölkerungswachstum treibt die Geschwindigkeit bis zu dem Punkt an. Manche Ressourcen gehen schneller zur Neige, als andere. Ein Fischer wird früher zur Kasse gebeten, als ein Supermarktkunde in den Vereinigten Staaten oder Europa. Der Stern-Bericht, der 2006 veröffentlicht wurde, der von der britischen Regierung in Auftrag gegeben wurde, schätzt bis 2040 rund zweihundert Millionen Klimaflüchtlinge. Die Gründe sind Trockenheit, Hungersnot und Überschwemmungen.

    Ein Beispiel wie wichtig es ist mit der Natur zu leben, zeigt uns Island. Island war nicht immer so öde. Es war ein Land voller lebendiger Böden, Sträucher und Bäume. Überweidung durch Nutztiere zerstörte die empfindliche Vegetation und der Boden ging ans Meer verloren. Nun ist es nur mehr noch eine graue Wüste.

    Der Wissenschaftler E. O. Wilson von der Harvard University fasste die Herausforderung so zusammen: „ Wir haben die Gefühle von Steinzeitmenschen, die Institutionen des Mittelalters und die Technologie von Göttern“.

    Was kann ich tun?

  • Aquakultur

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    Spätestens seit Beginn des 20. Jahrhunderts ermahnen uns Regierungen, mehr Fisch zu essen. Es gibt jedoch nicht genügend Fische in freier Wildbahn. Die Aquakultur ist deshalb in den letzten 10-20 Jahren rasant gewachsen. Muscheln können sich selber ernähren. Doch die Fische in den Farmen werden gefüttert. Das bedeutet, wir fangen wild lebende kleinere Fische und verfüttern diese dann den in Gefangenschaft lebenden Fischen. Diese kleinen, wilden Fische würden sich jedoch hervorragend für unsere Ernährung eignen, ohne sie erst durch die gefangenen Fische laufen zu lassen. Man braucht oft mehrere Kilogramm wild gefangener Fische, um nur ein Kilo Zuchtfisch erzeugen zu können. Ein umstrittener Aspekt der Aquakultur. Blauflossenthunfische zb. brauchen bis zum zwanzigfachen des Gewichts, das sie selbst an Fleisch produzieren. Für die Produktion von einem Kilo Farm Lachsfleisch benötigt man immer noch fünf Kilo Wildfisch.

    Die Massentierhaltung begünstigt weitaus aggressivere Krankheiten als in Freier Wildbahn, Infektionen und Parasitenbefall sind auch ein hohes Risiko bei der Dichte an Fischen und einheitliche genetische Bestände. Somit werden sie mit Antibiotika, Pestiziden und Fungiziden behandelt. Was wiederum Verschmutzung der Ozeane mit sich zieht, da die meisten Teiche zu den Meeren hin offen sind. Wildfischbestände die um Lachsfarmen gelebt haben gehen zurück. Virus Übertragungen von Farm zu Farm werden begünstigt. Gut ist es die Farmen vom offenen Meer zu trennen. Die Züchter haben drei Alternativen was Krankheiten der Zuchtfische angeht: Vorbeugung, Behandlung oder alles zuverlieren. Industriestaaten nutzen zum Vorbeugen bei manchen Tierarten und Krankheiten die Möglichkeit der Impfung. Antibiotika wird zur Phrophylaxe verfüttert. Chile setzt jedes Jahr mehr als hundert Tonnen Chinolone ein, der grösste Teil davon in Fischfarmen, ein Antibiotika das in der Humanmedizin wichtig ist. In vielen Industriestaaten hat man Antibiotika und Medikamente in Aquakulturen bereits verboten.
    Es besteht die Gefahr, dass Resistenzen entwickelt werden. In Sedimenten und Wasserproben die in der Nähe von Fisch und Shrimpsfarmen entnommen wurde, kann man solche Resistenzen bereits nachweisen. Einige Erreger sind gegen mehrere Antibiotika immun. Krankheitserreger des Menschen treiben sich in den Teichen herum und können dort Antibiotikaesistenzen erwerben bevor sie dann über die Nahrung wieder zu uns zurück gelangen. Asiatische Karpfenteiche zb in Vietnam reinigen manche Städte ihr Abwasser mithilfe riesiger Aquakulturanlagen. Denken wir das nächste mal im Supermarkt daran, wenn wir dicke Pangasiusfilets angerichtet sehen.

    Aquakultur verursacht zudem Unmengen an Abfall. Ein Beispiel: In Schottland setzten Lachsfarmen im Jahr 2000 so viel Stickstoff frei, wie in dem unbehandelten Abwasser von 3.2 Millionen Menschen, also mehr als 60% der Bevölkerung Schottlands. Phosphor entsprach den Abwässern von 9.4 Millionen Menschen. Anfangs des 21. Jahrhunderts gelangten aus chinesischen Shrimpsfarmen insgesamt 43 Milliarden Tonnen Abwässer in die küstennahen Meere, die Abwässer aus Indusrie und Haushalten an Land belief sich nur auf etwas mehr als 4 Milliarden Tonnen. Gefährliche Algenblüten, Fischsterben und Sauerstoffarmut sind Folgen. Die Chinesische Bohaisee ist eine Warnung, dass sauberere Methoden der Fischzucht dringend nötig sind. Die Bestände und somit auch der Profit können durch die giftigen Algen innert weniger Stunden vernichtet werden.
    Desinfektion der Deiche passiert oft mit Giftstoffen wie Malachitgrün, welches bei Menschen Krebs erzeugen kann. Auch diese Giftstoffe vermischen sich mit dem offenen Meer.
    Natürlich werden schon Genmanipulierte Lachse „AquAdvantage“ Salmon, getestet und stehen kurz vor der Zulassung in Amerika. Gegner befürchten, dass sie in die freie Wildbahn entkommen könnten und ein Chaos anrichten, obwohl die Herstellerfirma diese Befürchtungen abschwächt.

    Die Küstenlinien vieler Länder wurden durch den rasanten Anstieg der Nachfrage explosionsartig in Aquakulturen umgewandelt. Dies hat zur Folge, dass Mangrovenwälder, Wattflächen, Salzmarschen und Seegraswiesen dafür umgebaut wurden. Süsswasser, welches man aus dem Boden abgepummt hat für die Schaffung von Brackwasserteiche hat zur Absinkung des Landes geführt. In Vietnam und auf den Philippinen sind in den letzten Jahrzenten ¾ der Mangrovenwälder verloren gegangen, die hälfte davon wegen der Aquakultur. Das Tragische ist, dass viele Becken wieder aufgegeben wurden, da der Boden eines Mangrovenwaldes der der Luft ausgesetzt wird, den Säuregehalt steigen lässt und die Becken unbenutzbar macht, wenn sie nicht vorab ausgekleidet waren.
    In Bangladesch stammt die Hälfte der vielen Hundert Millionen gezüchteten Tigergarnelen ursprünglich aus Wildbeständen. Auch in Malaysia und Philippinen ist dies der Fall. Jungtiere von Tiegergarnelen werden nachts mit Scheinwerfern aus freier Wildbahn gelockt und dann in Zucht gebracht. Unzählige weitere Tiere werden so angezogen und in den Tod gerissen. Eine Teiegergarnele kostet mehreren Hundert Jungfischen das Leben, ausserdem mehr als tausend anderer Tiere die vom Plankton leben. Und auch bei anderen Garnelen ist dies der Fall.

    Mangrovenwälder und Salzmargen sind enorm wichtig, sie schützen Küsten und Inseln vor Überschwemmungen, sind Kinderstube für gewaltige Vielfalt von Fisch und Muschelarten, Nähr- und Schadstoffe werden aufgenommen und das Wasser wird gesäubert. Viele Arme Menschen sind angewiesen auf Feuchtgebiete. Sie leben von der Fischerei und sammeln Pflanzen, womit sie sich ihren Lebensunterhalt verdienen. Manche konnten Arbeitsplätze in der Aquakultur finden, doch andere kämpfen sich nun durch den Schlamm und die Nebenwirkungen den die Aquakultur hinterlässt. Jene die protestieren werden umgebracht, um jeden Widerstand im Keim zu ersticken.

    In den Industrieländern hat die Aquakultur uns volle Supermarktregale eingebracht auf Kosten der Umwelt. Wir müssen sie besser bewirtschaften. Die Wissenschaftlerin und Aktivistin Jurgenne Primavera konnte durch ihre unermüdliche Arbeit aufzeigen, wie wichtig und wertvoll die Mangrovenwälder sind. Sie ist der Ansicht, dass Garnelenteiche nicht mehr als ein Viertel der Fläche eines Mangrovenwaldes in Anspruch nehmen dürfen, wenn wir die ökologische Funktion der Küsten bewahren wollen. Daraus erfolgten wiederherstellungen der Wälder und die Teiche wurden hinter einen natürlichen Puffer aus Bäumen verlegt – ein Erfolg.

    Andere probieren sich mit experimentellen Zuchtbetrieben aus, wie in Belize wo Biofloc gefüttert wird, Klumpen aus Mikroorganismen, die an Stärkekörnern haften. Dies vermindert die Futtermenge und die Bakterienstämme tragen dazu bei, dass aus den Exkrementen der Garnelen Nährstoffe wiedergewonnen werden können. Somit wird das Abwasser geringer gehalten.
    Es ist besser uns von den saftigen Raubfischen zu verabschieden und stattdessen von der uralten Karpfenzucht zu lernen. Arten die gut zusammen aufwachsen können, sodass sie die Abfälle der anderen beseitigen. Fische die selber kein Fleisch essen sind Nachhaltiger zu züchten als jene die unbedingt Fleisch benötigen. Meeräschen könnten die Verschmutzungsprobleme verhindern, wenn sie mit Raubfischen gezüchtet würden. Seegurken, eine Delikatese Südostasiens, welche in freier Wildbahn stark überfischt wurden sind kleine Staubsauger die Abfälle wiederverwerten.
    Viele Fischzüchter sind entschlossen die Nachhaltigkeit zu verbessern. Mit ihrer Begeisterung und Energie kann die Aquakultur tatsächlich gewandelt werden. Gemeinsam mit uns Endkonsumenten steigt die Kraft um das Angebot zur Nachhaltigkeit zu lenken. Information, Wissen, Ideen weitergeben und Unterstützung sind Schritte in die richtige Richtung.

    Die Versorgung aus dem offenen Meer könnte um dreissig bis fünfzig Prozent gesteigert, wenn wir die Wildfischbestände gut bewirtschaften und Meeresschutzgebiete fördern. Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren:

    Meeresschutzgebiete Mehr Infos

    Worauf beim Konsum achten?

     

  • Salzmarschen und Mangrovensümpfe schützen

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    Weltweit setzt sich mitlerweile die Erkenntnis durch, dass wir den von Treibhausgasen verursachten Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad Celsius beschrenken sollten. Es ist eine Zielmarke von 450 ppm die die Atmosphäre nicht überschreiten dürfte. Bereits dieser Punkt ist sehr knapp berechnet.

    Die Ozeane nehmen einen beträchtlichen Teil des Kohlendioxids auf doch ihre Belastung ist beinahe ausgeschöpft. Ozeane haben eine enorme Fläche, sie bieten viel Platz für Technische Lösungen. Die Kosten wären sicher enorm und das Beispiel der Rückführung von Kohlendioxid in die Öl- und Gasfelder, aus denen sie freigesetzt wurden, ist sogar erprobt und wäre kommerziell sinnvoll. Die Verursacher des Kloimawandels könnten so zu den Rettern des Planeten verwandelt werden. Doch bevor auf solche waghalsigen Experimente zurückgegriffen wird bedenken wir, dass es einfachste Methoden gibt mit der man Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernen kann.

    Gesunde, natürliche Ökosysteme sind Kohlenstoffabflüsse, die der Atmosphäre das Kohlendioxid entziehen und Sedimente, Torf und Carbonatsgestein binden. Gesunde Salzmarschen, Mangrovenwälder und Seegras wiesen entfernen Schätzungen zufolge eine Kohlendioxidmenge, die der Hälfte aller Emissionen des weltweiten Verkehrsnetzes entspricht. Diese Lebensräume machen einen zweihundertstel aller von Pflanzen bewachenen Landflchen aus, doch sie entziehen der Atmosphäre eine vergleichbare Menge an Kohlenstoff wie der ganze Rest zusammen.

    Der Schutz von Mangrovenwäldern, Salzmarschen und Seegraswiesen ist wichtig. In der heutigen Zeit verlieren wir jährlich ca 2% bis 7% an neuen Bauten oder anderen kurzsichtigen Gründen. Wenn wir allein diesen Verlust dieser Gebiete sofort aufhalten, hat dies bereits eine Wirkung um die Erwärmung bei 2 Grad oder weniger zu halten!

    Schützen wir Salzmarschen und Mangrovensümpfe!

    Dies hilft, den Planeten für unsere Kindeskinder zu bewahren.

    Mangrovenwälder / Salzmargen wiederaufbauen

  • Meeresschutzgebiete

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    Seit dem 19. Jahrhundert setzen sich viele Menschen ein, um vereinzelte Tiere vom Aussterben zu bewahren. Solches Engagement soll weitergehen, doch wir müssen heute viel grösser denken. Landschaften die produktiv waren trocknen aus, die Böden werden salzig, Grundwasser wurde weit unter die Pflanzenwurzeln abgesenkt, der Meeresspiegel steigt. Überfischung, sowie Umweltverschmutzung ersticken die Ozeane. Unsere Bevölkerung wächst rapide, der Druck des Hungers wird immer mehr Massenauswanderungen auslösen. Wir erlegen uns selber Barrieren für unser Wohlergehen, wenn wir die Natur nicht schützen. Die Natur zu unterstützen, damit sie sich wieder in ihrer vollen Pracht und Lebenskraft ausweitet und somit immer mehr Menschen ernähren kann, ist das Ziel. Die Lösung ist nicht ein Rückschritt unserer Technik oder, dass wir uns keine Freuden mehr leisten dürfen. Es geht darum dass wir klüger umgehen mit der Natur.

    Wenn Banken oder Staaten zusammenbrechen werden sie gestützt – da wir wissen, dass wir uns einen Systemzusammenbruch nicht leisten können. Die Natur steht kurz vor ihrem Zusammenbruch – stehen wir gemeinsam ein für unser Lebenssystem und arbeiten wir zusammen für den Wiederaufbau unserer Natur. Das Wohlergehen und wirtschaftlicher Wohlstand sind nur im Einklang mit der Natur möglich. Wir müssen unsere Biosphäre und ihre Lebenskraft und Fruchtbarkeit wieder aufleben lassen. Vielfalt und Fülle der Lebewesen sorgen für die Aufnahme und Bindung von Kohlenstoff, Reinigung und Entgiftung von Wasser, den Aufbau biologischer Strukturen wie Riffe, Marschen und Wälder, die dem Anstieg des Meeresspiegels trotzen und die Küsten schützen, und die Produktion von Sauerstoff ankurbeln.

    Manchmal wird unter dem Namen Umweltschutz grosser Unfug getrieben. Abfälle wie alte Brücken, Eisenbahnen, Ölplattformen, Schiffe Autoreifen oder sontiger Sperrmüll werden in den Meeren entsorgt und dabei gesagt, es diene als eine Art künstliche Riffe. Welche Folgen eine solche Verschmutzung hat sind oft verheerend. Das Militär versenkt auch oft Gerätschaften im Meer und in den Staaten Alabama und Florida, werden sogar Einzelpersonen und Firmen die Entsorgung in festgelegten Bereichen im Meer gestattet für die Entsorgung. In Japan baut man Riffstrukturen aus Beton und verbindet die Aquakultur mit der Zementindustrie. Der grösste Teil der Fischereisubventionen fliest in Japan in die Zementindustrie und dient dem Bau von Häfen und Werften. Eine weitere Idee aus Neuseeland war Seegras aus Plastik herzustellen.

    Die Natürlichen Salzmarschen, Mangrovenwälder und Korallenriffe wiederaufzubauen und zu schützen, dies stärkt Küsten weit besser und kostengünstiger als Plastik und Beton.

    Ein wichtiger Schritt sind Meeresschutzgebiete zu errichten. Damit die Produktivität und die genetische Vielfalt der Lebewesen erhalten bleibt oder maximiert wird, müssen wir ungefähr 1/3 der Meere schützen und den Rest besser bewirtschaften. Im Jahr 1995 tat sich eine kleine Gruppe von Bewohnern der Ise of Arran in Schottland zusammen um einen kleinen Küstenteil schützen zu lassen. Ihr Fischbestand wurde immer kleiner, das beunruhigte sie. Beständige Hartnäckigkeit und Überzeugung führte 2008 zum gewünschten Erfolg. Die Lamlash Bay in Schottland wurden zum ersten Meeresschutzgebiet erklärt und die gesamte Fischerei wurde verboten. Eine kleine Gemeinde hatte die Zukunft des Meeres selbst in die Hand genommen. Auf den Philippinen richteten Bewohner einiger Dörfer bereits in den 1970er Jahren kleine Schutzgebiete ein, um damit die Erholung von Riffen und Fischbeständen zu unterstützen. Wissenschaftler untersuchten diese Gebiete. Sie konnten nachweisen, dass die Schutzmassnahme eindeutig zu mehr Erträgen führten. Mit der Unterstützung von Alcala reisten Fischer durch das Land und gaben ihre Erfahrung weiter. Heute gibt es auf den Philippinen hunderte von Schutzgebieten unter der Verwaltung von Gemeinden. Obwohl die Fischer entsetzlich arm waren, wussten sie was zu tun war und haben gehandelt. Die Liste der Schutzgebiete wird von Monat zu Monat länger. 2010 erklärte OSPAR sechs Regionen im Nordatlantik mit insgesamt 285000 Quadratkiliometern Hochsee zu Meeresschutzgebieten. Es ist das erste Netzwerk von Schutzgebieten in der Hochsee. Ein weiteres wird momentan im Südpolarmeer aufgebaut. Die Begeisterung wächst, da wir sehen dass es Wirkung hat. Da Fischeweibchen mehr Junge hervorbringen je älter sie werden, verbreitet sich das Leben weit über die Grenzen der Schutzzonen aus. Je energischer sich Populationen vermehren, desto besser können sie gegen die Belastungen ankommen, die ihnen auferlegt werden.

    Meeresschutzgebiete stossen jedoch genau bei der grossen Fischereiindustrie oftmals auf Widerstand. Sie behaupten, dass sie dadurch weniger Fische fangen könnten und die Fischerhäfen dicht machen müssten. Der Unterschied zwischen Nahrung vom Land und Nahrung aus dem Meer ist, dass wir Nahrung aus dem Meer nur haben, wenn es die wilde Natur noch gibt.

    Wenn jemand lauter Bäume fällt, ohne wieder neue Bäume zu setzen, so wird er bald keine Bäume mehr haben.

    Meeresschutzgebiete fördern

  • Welche Fische essen

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    Ein Bericht der Weltbank mit dem Namen „Die versunkenen Milliarden“ machte deutlich, wie verrückt die Überfischung ist. Würden wir die wichtigsten Fischbestände der Welt weniger Ausbeuten, so ergäbe dies einen 40% höheren Ertrag. In Europa wo die Bestände in einem schlechten Zustand sind, könnte eine verminderte Fischerei sogar 60 % mehr Ertrag einbringen.

    Auch die Bewirtschaftung der Fischbestände rangeln sich Vertreter aus diversen Staaten um ein Kuchenstück, doch dass der Kuchen immer kleiner wird beachten sie nicht. Fanganteile sind auch keine Lösung.

    Ein guter Anfang ist sicher, dass man keine Fische mehr isst deren Wildbestände übermässig ausgebeutet werden. Oder wenn beim Fang unzählige andere Tiere schädigen wie zb. Garnelen, Jakobsmuscheln oder andere Bodenbewohner die mit Muschelbaggern geerntet werden. Auch Scholle, Kabeljau und Seehecht zu deren Fang Grundschleppnetze dienen. Wer diese essen möchte, soll sie in geangelter Form bevorzugen. Handleinen und Schleppangeln haben weniger Beifang als Langleinen. Bevorzugen Sie kleinere Fische wie Sardellen, Hering und Sardinen. Raubfische, wie der Schwarze Seehecht, Schwertfisch oder Thunfisch sollten gemieden werden, womit sie sich auch selbst den Gefallen machen und sich nicht unnötig mit Schadstoffen anreichern. Angelrute und Leine sollte auch beim Thunfisch bevorzugt werden, wenn sie nicht von ihm ablassen können. „Delfinfreundliche“ Produkte allein schonen Delfine unter Umständen nicht.

    Fische aus der Aquakultur fordern einen hohen ökologischen Preis, sowie die Nutzung wilder Fische, die zu Futter verarbeitet werden. Aus der Aquakultur sollten Sie Pflanzenfresser wie Tilepia und Karpfen bevorzugen, da Raubfische wie Lachs und Wolfsbarsch eine enorme Verschwendung an Wildfischen mit sich bringen. Bevorzugen Sie Bioprodukte, denn hier wurden weniger Chemikalien verwendet.

    Links zu Fischkonsumationsapp.

    Manche Menschen fühlen sich leicht überfordert, doch es wäre falsch aufzugeben und nichts zu tun. Mahatma Gandhi sagte einmal: „Sei der Wandel, den Du in der Welt sehen willst.“ Wenn jeder dort Verantwortung übernimmt wo er kann, und dies millionenfach vervielfältigt wird, so ist es möglich die Zukunft ins Positive zu lenken. Kleine Wirkungen, millionenfach vervielfältigt, werden zu einer enormen Kraft.

    Das Siegel MSC

    Das Marine Stewardship Council (MSC) hat es sich zur Aufgabe gemacht, Verbraucher bei der Auswahl von Meeresfrüchten aus nachhaltiger Fischerei zu unterstützen. Ihr blau-weisses Logo hat die Form eines Fisches mit einem OK Haken als Schwanz. Das Problem das hinter dem Sigel steht ist folgendes; wenn die Organisation möchte, dass ihr Siegel bekannt wird muss es auch in den Supermärkten auf den Packungen sein. Sie richten sich nach folgenden Kriterien: Ist der befischte Bestand gesund? Schädigt die Fischerei andere Tiere? Und: Wird der Bestand gut bewirtschaftet? Da nicht viele Fischereibetriebe diese Standards berücksichten, erhalten viele das Zertifikat schon aufgrund des Versprechens, ihre Fischereipraktiken zu verbessern. Immer mehr Fischereien werden zertifiziert, die jedoch nicht nachhaltig arbeiten. In dem Bericht über einen schottischen Garnelenfischereibetrieb heisst es, dass man Krabben nicht fangen kann, ohne Beifangarten und den Meeresboden zu schädigen. Weil der Meeresboden aber schon seit langer Zeit auf diese Weise geschädigt werde, so die Schlussfolgerung, mache es nichts, wenn man die Tätigkeit wie gehabt fortsetzt. Hier ein Beispiel wieviel Beifang bei der Garnelenfischerei westlich von Schottland innerhalb von vier Tagen anfällt. Um 28300 Garnelen zu fischen, wurden ungewollt 12500 Fische mitgefangen, die zu 38 Arten gehörten. Alle wurden weggeworfen, die meisten davon tot. Über die Zerstörung des Lebens am Meeresboden schweigt der Bericht sich aus. Der Ruf von MSC ist angeschlagen, dennoch ist es momentan ein recht zuverlässiger Hinweis auf gut bewirtschaftete Fischbestände, in denen die Art um die es geht noch einigermassen vorhanden sind. Doch das ist auch schon alles.

    Das MSC muss sich den Gedanken des Schadenausgleichs zu Eigen machen. Eine Idee von Callum Roberts ist es, Fischerei mit Grundschleppnetzen oder Muschelbaggern nur unter einer einzigen Bedingung zertifizieren: Ihre Vertreter müssen neben den Fischereigebieten grosse Schutzgebiete einrichten, damit empfindliche, weniger widerstandsfähige Arten dort Zuflucht finden können. Er erzählte dem Vorsitzenden von MSC seinen Vorschlag. Dieser entgegnete; es sei nicht die Aufgabe des MSC für die Erholung überfischter Arten zu sorgen. Angesichts des Zustands vieler Fischbestände auf der Welt sollte es seine Aufgabe sein. MSC muss über die Nachhaltigkeit bezogen auf die aktuellen Fischbestände hinausdenken. Mehr Raum für die Natur heisst auch mehr Raum für den Menschen.

    Fischratgeber 2016 WWF

    Spenden Meeresschutzgebiete

  • Gesellschaftliche Verantwortung

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    Das Konzept der gesellschaftlichen Verantwortung für einen überbevölkerten Planeten muss neu erfunden werden.

    Die gesetzlichen Grundlagen zur Verwaltung der Hochsee müssen gestärkt werden. Im Moment ist es so, dass wenn Staaten das UN-Seerechtsübereinkommen unterzeichnen, sind sie an dessen Vorschriften gebunden. Ebenso müssen sie mit ihrer Unterschrift Mitglied in den regionalen Fischereiorganisationen werden, damit sie durch deren Regeln gebunden sind. Staaten die diese Abkommen nicht unterschrieben haben, brechen keine Gesetze. Das ist absurd. Es ist, als dürfe ein Räuber ungehindert in Häuser einbrechen weil er sich geweigert hat das Gesetz gegen Diebstahl zu unterschreiben. „Billigflaggen“ werden zum Fischfang verhökert und das juristische Schlupfloch an Mensch und Tier ausgenutzt.

    Das Abkommen CCALMR Convention for the Conservation of Antarctic Livin Marine Resources, wurde bis heute von 31 Staaten unterzeichnet und soll vor allem sicherstellen, dass das Leben im Südpolarmeer gesund bleibt. Es wird nur so viel Fischerei zugelassen, wie es diesem Ziel entspricht und die Population von Pinguinen, Albatrossen, Robben und anderen Tieren wird genau überwacht. Eine solche Verwaltung brauchen wir, für die gesamte Hochsee, damit bindende Entscheidungen getroffen werden können, ganz gleich welche internationalen Übereinkommen und Verträge unterzeichnet wurden oder nicht.

    Wir brauchen eine Charta für die Natur auf globaler Ebene.

  • Weltbevölkerung

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    Wir stehen an der Schwelle zu einer möglichen, grossen Umwälzung des Lebens auf der Welt. 5 Mal passierte dies in der Geschichte unseres Planeten. In einigen Fällen hat man geologische Turbulenzen und Asteroideneinschläge, welche enorme Mengen an Lavamengen freisetzten, damit in Verbindung gebracht. Veränderungen der Säuregehalte der Meere führten zu umfassenden Verlust von Lebensformen. Dieses Mal wären es wir Menschen, die einen solchen Dominoeffekt auslösen würden und ein 6. Massenaussterben in Gang setzen. Mit Folgen die auch uns selbst betreffen würden.

    Die Weltbevölkerung erreicht schon bald den Höhepunkt zwischen neun und elf Milliarden Menschen. Die Fortpflanzungsrate zu verringern und die Weltbevölkerung bei neun Milliarden zu stabilisieren ist das Ziel. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass auch die Menschen in den Entwicklungsländern zuverlässige Möglichkeiten der Familienplanung bekommen. Über Jahrtausende entstandene Gesellschaftsorganisationen müssen Massnahmen unterworfen werden die jünger sind als ein Jahrhundert. Mit eingeschlossen sind hier auch die grossen Weltreligionen. Konkrete Taten müssen sobald wie möglich stattfinden. Genau wie alte Formen der Ressourcennutzung, die heute nicht mehr haltbar sind, so sind wir alle aufgefordert auch die alten, über Jahrtausende geprägten Lehren in unserem Jahrhundert der globalen Kriese neu zu interpretieren. Der Lebensstandard kann dadurch in den Industrie – als auch in den Entwicklungsländern stabil bleiben und sich sogar verbessern. Wenn wir uns für den Schutz und die Wertschätzung unserer natürlichen Vermögenswerte entscheiden, und verantwortlich handeln, profitieren wir alle davon. Viele Gewinne, die sich aus der Einrichtung von Schutzgebieten und dem Verbot der Fischerei ergeben, sind deutlichste Beispiele für den richtigen Weg.

    Unsre Grosseltern mussten sich noch keine Gedanken machen, dass ihnen der Brennstoff, der fruchtbare Boden, die Fische und vielleicht sogar der Sauerstoff ausgehen würden. Das wir uns heute mit diesem Thema befassen müssen und Verantwortung übernehmen können, leuchtet immer mehr Menschen ein. Unser erwachendes Bewusstsein, gibt den Antrieb dieses Wandels. Meere und Küsten sind Orte an denen wir Spass haben und uns erholen, Orte der Inspiration. Keine der Freuden ist gewährleistet, wenn wir nicht erkennen, welchen Gefahren die Lebewesen im Meer und mittelbar auch wir gegenüberstehen, wenn wir uns nicht sofort darum kümmern.

    Interessante Bücher die zum Umdenken anregen.

    Weltbevölkerungszähler

  • Kreativität ist gefragt

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    „Wir können Seite an Seite mit der wilden Natur leben. Die Alternative wäre unser Untergang.“

    Unsere Kreativität ist gefragt für Lösungen die diese Welt braucht. Jeder von uns ist angesprochen. Positive, nachhaltige Projekte dienen als Vorbild für weitere Menschen, die wiederum einen Schritt in die richtige Richtung gehen. Wir können heute das Morgen beeinflussen, wir schaffen es, das Bevölkerungswachstum einzudämmen, saubere Energie zu nutzen, Emissionen zu reduzieren und alle Formen der Verschmutzung zu verringern. Eine Handlung Millionenfach multipliziert führt zu grossen Erfolgen. Ein Stein der eine Welle auslöst, vervielfältigt sich zu einem riesigen Kreis an Wellen. Heute erreicht diese Welle uns, und wir können sie mit unserem Engagement weiterfliessen lassen und andere Menschen ermutigen und daran erinnern wie wertvoll das Leben ist. Für das Leben im Ozean, wie auch für unser eigenes ist es unverzichtbar, das wir uns wandeln: von einer Spezies, die ihre Ressourcen aufbraucht zu einer, die sie schätzt und nährt. Wir sind auf andere Lebewesen angewiesen, dass sie Energie binden und wir sie nutzen dürfen, so gesehen macht ihr Leben das unsere erst möglich. Unser Glück und Wohlergehen setzt voraus, dass wir die Natur schätzen lernen und ihre Bedeutung für unser Leben anerkennen. Viele von uns erkennen, dass Hurrikane, Tornados, Dürreperioden und Überschwemmungen, die heute auf der Welt wüten, mit der Umweltzerstörung zu tun haben für die wir verantwortlich sind. Dieses erwachende Bewusstsein ist der Antrieb zu einer positiven Veränderung.

    Aus eigener Erfahrung und unzähligen Mails die wir erhalten haben, können wir bestätigen; sobald Sie sich mit dem Thema Bewusstsein, Selbstbewusstsein und Nachhaltigkeit befassen, können Sie genau das in Ihnen entdecken, was ihnen wirklich Spass macht in Kombination mit Nachhaltigkeit und Erfolg. Das Glücksgefühl steigt, da Sie sich als wichtiger Teil vom Ganzen erkennen. Die Menschen um Sie herum werden von Ihrem Feuer zum Brennen angeregt. Sie erkennen sich als wichtiges Puzzle Teil für diese Welt da Sie im Einklang handeln. Es werden in allen Bereichen nachhaltige Lösungen gesucht und diese Ideen sind jetzt gefragter denn je. Sie tragen die Zukunft in sich. Leben wir jetzt das Leben, dass wir hier auf unserem Paradies Erde Leben wollen.

    Es ist gigantisch zu erleben, wie viele Menschen mittlerweile erkannt haben, welchen Einfluss unser Handeln auf und unter dem Meer hat. Projekte mit denen man die Schäden beseitigen kann werden geboren. Nie zuvor blühte die Energie und Entschlossenheit derart auf wie heute, für Lösungen einzustehen, im ärmlichsten Dorf ebenso wie in den Sälen der Vereinten Nationen. Wir können etwas ändern. Wir können unseren Einfluss auf die Biosphäre richtig lenken. Wir können Seite an Seite mit der wilden Natur leben. Erzählen Sie uns Ihre Visionen, starten Sie ihre Projekte und lassen Sie uns teilhaben an Ihren Umsetzungen, gerne möchten wir Sie unterstützen um gemeinsam mehr Menschen zu erreichen.

    Ideensammlung – Förderung für eine Nachhaltige Zukunft

  • Fantastisch!

    Zusammen leben wie den Wandel – Ein Hoch auf uns und dieses Leben!

    WILLKOMMEN AUF OCEAN-R-EVOLUTION

  • DEINE NEUGIER, DASS DU DIESE SEITE ANKLICKST IST GRANDIOS. WIR WISSEN DASS DU DAS NICHT WIRKLCH WILLST. DEINE KRAFT ZUSAMMEN MIT DEINEM MUT, DIE DIESE ANTWORT GEDRÜCKT HABEN, HAT SO VIEL POWER UND SOLL GEFEIERT UND GENUTZT WERDEN – WIR ZEIGEN DIR WIE!

    WILLKOMMEN AUF OCEAN-R-EVOLUTION

  • Welche Fische essen

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    Ein Bericht der Weltbank mit dem Namen „Die versunkenen Milliarden“ machte deutlich, wie verrückt die Überfischung ist. Würden wir die wichtigsten Fischbestände der Welt weniger Ausbeuten, so ergäbe dies einen 40% höheren Ertrag. In Europa wo die Bestände in einem schlechten Zustand sind, könnte eine verminderte Fischerei sogar 60 % mehr Ertrag einbringen.

    Auch die Bewirtschaftung der Fischbestände rangeln sich Vertreter aus diversen Staaten um ein Kuchenstück, doch dass der Kuchen immer kleiner wird beachten sie nicht. Fanganteile sind auch keine Lösung.

    Ein guter Anfang ist sicher, dass man keine Fische mehr isst deren Wildbestände übermässig ausgebeutet werden. Oder wenn beim Fang unzählige andere Tiere schädigen wie zb. Garnelen, Jakobsmuscheln oder andere Bodenbewohner die mit Muschelbaggern geerntet werden. Auch Scholle, Kabeljau und Seehecht zu deren Fang Grundschleppnetze dienen. Wer diese essen möchte, soll sie in geangelter Form bevorzugen. Handleinen und Schleppangeln haben weniger Beifang als Langleinen. Bevorzugen Sie kleinere Fische wie Sardellen, Hering und Sardinen. Raubfische, wie der Schwarze Seehecht, Schwertfisch oder Thunfisch sollten gemieden werden, womit sie sich auch selbst den Gefallen machen und sich nicht unnötig mit Schadstoffen anreichern. Angelrute und Leine sollte auch beim Thunfisch bevorzugt werden, wenn sie nicht von ihm ablassen können. „Delfinfreundliche“ Produkte allein schonen Delfine unter Umständen nicht.

    Fische aus der Aquakultur fordern einen hohen ökologischen Preis, sowie die Nutzung wilder Fische, die zu Futter verarbeitet werden. Aus der Aquakultur sollten Sie Pflanzenfresser wie Tilepia und Karpfen bevorzugen, da Raubfische wie Lachs und Wolfsbarsch eine enorme Verschwendung an Wildfischen mit sich bringen. Bevorzugen Sie Bioprodukte, denn hier wurden weniger Chemikalien verwendet.

    Links zu Fischkonsumationsapp.

    Manche Menschen fühlen sich leicht überfordert, doch es wäre falsch aufzugeben und nichts zu tun. Mahatma Gandhi sagte einmal: „Sei der Wandel, den Du in der Welt sehen willst.“ Wenn jeder dort Verantwortung übernimmt wo er kann, und dies millionenfach vervielfältigt wird, so ist es möglich die Zukunft ins Positive zu lenken. Kleine Wirkungen, millionenfach vervielfältigt, werden zu einer enormen Kraft.

    Das Siegel MSC

    Das Marine Stewardship Council (MSC) hat es sich zur Aufgabe gemacht, Verbraucher bei der Auswahl von Meeresfrüchten aus nachhaltiger Fischerei zu unterstützen. Ihr blau-weisses Logo hat die Form eines Fisches mit einem OK Haken als Schwanz. Das Problem das hinter dem Sigel steht ist folgendes; wenn die Organisation möchte, dass ihr Siegel bekannt wird muss es auch in den Supermärkten auf den Packungen sein. Sie richten sich nach folgenden Kriterien: Ist der befischte Bestand gesund? Schädigt die Fischerei andere Tiere? Und: Wird der Bestand gut bewirtschaftet? Da nicht viele Fischereibetriebe diese Standards berücksichten, erhalten viele das Zertifikat schon aufgrund des Versprechens, ihre Fischereipraktiken zu verbessern. Immer mehr Fischereien werden zertifiziert, die jedoch nicht nachhaltig arbeiten. In dem Bericht über einen schottischen Garnelenfischereibetrieb heisst es, dass man Krabben nicht fangen kann, ohne Beifangarten und den Meeresboden zu schädigen. Weil der Meeresboden aber schon seit langer Zeit auf diese Weise geschädigt werde, so die Schlussfolgerung, mache es nichts, wenn man die Tätigkeit wie gehabt fortsetzt. Hier ein Beispiel wieviel Beifang bei der Garnelenfischerei westlich von Schottland innerhalb von vier Tagen anfällt. Um 28300 Garnelen zu fischen, wurden ungewollt 12500 Fische mitgefangen, die zu 38 Arten gehörten. Alle wurden weggeworfen, die meisten davon tot. Über die Zerstörung des Lebens am Meeresboden schweigt der Bericht sich aus. Der Ruf von MSC ist angeschlagen, dennoch ist es momentan ein recht zuverlässiger Hinweis auf gut bewirtschaftete Fischbestände, in denen die Art um die es geht noch einigermassen vorhanden sind. Doch das ist auch schon alles.

    Das MSC muss sich den Gedanken des Schadenausgleichs zu Eigen machen. Eine Idee von Callum Roberts ist es, Fischerei mit Grundschleppnetzen oder Muschelbaggern nur unter einer einzigen Bedingung zertifizieren: Ihre Vertreter müssen neben den Fischereigebieten grosse Schutzgebiete einrichten, damit empfindliche, weniger widerstandsfähige Arten dort Zuflucht finden können. Er erzählte dem Vorsitzenden von MSC seinen Vorschlag. Dieser entgegnete; es sei nicht die Aufgabe des MSC für die Erholung überfischter Arten zu sorgen. Angesichts des Zustands vieler Fischbestände auf der Welt sollte es seine Aufgabe sein. MSC muss über die Nachhaltigkeit bezogen auf die aktuellen Fischbestände hinausdenken. Mehr Raum für die Natur heisst auch mehr Raum für den Menschen.

    Fischratgeber 2016 WWF

    Spenden Meeresschutzgebiete

  • 8.4 Millionen chemische Substanzen

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    sind weltweit kommerziell erhältlich. Gefahren werden oft erst entdeckt, wenn die Produkte bereits Jahre lang im Umlauf waren. Hier besitzen wir als Konsumenten eine grosse Eigenmacht. Wir können zweimal überlegen was wir einkaufen und konsumieren und somit die Produktion leiten und die Umwelt schützen. Achten wir darauf nachhaltige Produkte anzuwenden und den Verbrauch giftiger Substanzen auch in unseren Hausgärten zu vermeiden. Es gibt auch Reinigungsmittel, Waschmittel und andere Haushaltsartikel welche umweltfreundlicher sind als andere. Sie finden hier einen Link zu solchen Produkten. Des Weiteren fragen Sie ihre Mutter oder Grossmütter, oft gibt es natürliche Tricks, die täglichen Herausforderungen des Haushaltes zu meistern. Denken Sie auch bei Ihren Freizeitbooten daran, sich vorab gut zu informieren, welche Produkte sich für den direkten Gebrauch in Gewässern eignen und die Umwelt schützen.

    Mit solchen Schritten tragen wir Verantwortung für uns und unsere Umwelt, sind Vorbild für unsere Kinder und kurbeln mit einer bewussten Nachfrage die Produktion Nachhaltiger Produkte an. Es gibt einzelne Stellen in den Ozeanen die so vergiftet sind, dass Fischerei dort verboten ist. An manchen Stellen wurde damit begonnen diese zu säubern. In dem wir unser Wissen weitergeben, können wir es schaffen, dass solche Zonen sich gar nicht erst ausbreiten. Die Technologie und Produktion von Produkten, wird in die nachhaltige Richtung gelenkt.

  • Meeresschutzgebiete

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    Seit dem 19. Jahrhundert setzen sich viele Menschen ein, um vereinzelte Tiere vom Aussterben zu bewahren. Solches Engagement soll weitergehen, doch wir müssen heute viel grösser denken. Landschaften die produktiv waren trocknen aus, die Böden werden salzig, Grundwasser wurde weit unter die Pflanzenwurzeln abgesenkt, der Meeresspiegel steigt. Überfischung, sowie Umweltverschmutzung ersticken die Ozeane. Unsere Bevölkerung wächst rapide, der Druck des Hungers wird immer mehr Massenauswanderungen auslösen. Wir erlegen uns selber Barrieren für unser Wohlergehen, wenn wir die Natur nicht schützen. Die Natur zu unterstützen, damit sie sich wieder in ihrer vollen Pracht und Lebenskraft ausweitet und somit immer mehr Menschen ernähren kann, ist das Ziel. Die Lösung ist nicht ein Rückschritt unserer Technik oder, dass wir uns keine Freuden mehr leisten dürfen. Es geht darum dass wir klüger umgehen mit der Natur.

    Wenn Banken oder Staaten zusammenbrechen werden sie gestützt – da wir wissen, dass wir uns einen Systemzusammenbruch nicht leisten können. Die Natur steht kurz vor ihrem Zusammenbruch – stehen wir gemeinsam ein für unser Lebenssystem und arbeiten wir zusammen für den Wiederaufbau unserer Natur. Das Wohlergehen und wirtschaftlicher Wohlstand sind nur im Einklang mit der Natur möglich. Wir müssen unsere Biosphäre und ihre Lebenskraft und Fruchtbarkeit wieder aufleben lassen. Vielfalt und Fülle der Lebewesen sorgen für die Aufnahme und Bindung von Kohlenstoff, Reinigung und Entgiftung von Wasser, den Aufbau biologischer Strukturen wie Riffe, Marschen und Wälder, die dem Anstieg des Meeresspiegels trotzen und die Küsten schützen, und die Produktion von Sauerstoff ankurbeln.

    Manchmal wird unter dem Namen Umweltschutz grosser Unfug getrieben. Abfälle wie alte Brücken, Eisenbahnen, Ölplattformen, Schiffe Autoreifen oder sontiger Sperrmüll werden in den Meeren entsorgt und dabei gesagt, es diene als eine Art künstliche Riffe. Welche Folgen eine solche Verschmutzung hat sind oft verheerend. Das Militär versenkt auch oft Gerätschaften im Meer und in den Staaten Alabama und Florida, werden sogar Einzelpersonen und Firmen die Entsorgung in festgelegten Bereichen im Meer gestattet für die Entsorgung. In Japan baut man Riffstrukturen aus Beton und verbindet die Aquakultur mit der Zementindustrie. Der grösste Teil der Fischereisubventionen fliest in Japan in die Zementindustrie und dient dem Bau von Häfen und Werften. Eine weitere Idee aus Neuseeland war Seegras aus Plastik herzustellen.

    Die Natürlichen Salzmarschen, Mangrovenwälder und Korallenriffe wiederaufzubauen und zu schützen, dies stärkt Küsten weit besser und kostengünstiger als Plastik und Beton.

    Ein wichtiger Schritt sind Meeresschutzgebiete zu errichten. Damit die Produktivität und die genetische Vielfalt der Lebewesen erhalten bleibt oder maximiert wird, müssen wir ungefähr 1/3 der Meere schützen und den Rest besser bewirtschaften. Im Jahr 1995 tat sich eine kleine Gruppe von Bewohnern der Ise of Arran in Schottland zusammen um einen kleinen Küstenteil schützen zu lassen. Ihr Fischbestand wurde immer kleiner, das beunruhigte sie. Beständige Hartnäckigkeit und Überzeugung führte 2008 zum gewünschten Erfolg. Die Lamlash Bay in Schottland wurden zum ersten Meeresschutzgebiet erklärt und die gesamte Fischerei wurde verboten. Eine kleine Gemeinde hatte die Zukunft des Meeres selbst in die Hand genommen. Auf den Philippinen richteten Bewohner einiger Dörfer bereits in den 1970er Jahren kleine Schutzgebiete ein, um damit die Erholung von Riffen und Fischbeständen zu unterstützen. Wissenschaftler untersuchten diese Gebiete. Sie konnten nachweisen, dass die Schutzmassnahme eindeutig zu mehr Erträgen führten. Mit der Unterstützung von Alcala reisten Fischer durch das Land und gaben ihre Erfahrung weiter. Heute gibt es auf den Philippinen hunderte von Schutzgebieten unter der Verwaltung von Gemeinden. Obwohl die Fischer entsetzlich arm waren, wussten sie was zu tun war und haben gehandelt. Die Liste der Schutzgebiete wird von Monat zu Monat länger. 2010 erklärte OSPAR sechs Regionen im Nordatlantik mit insgesamt 285000 Quadratkiliometern Hochsee zu Meeresschutzgebieten. Es ist das erste Netzwerk von Schutzgebieten in der Hochsee. Ein weiteres wird momentan im Südpolarmeer aufgebaut. Die Begeisterung wächst, da wir sehen dass es Wirkung hat. Da Fischeweibchen mehr Junge hervorbringen je älter sie werden, verbreitet sich das Leben weit über die Grenzen der Schutzzonen aus. Je energischer sich Populationen vermehren, desto besser können sie gegen die Belastungen ankommen, die ihnen auferlegt werden.

    Meeresschutzgebiete stossen jedoch genau bei der grossen Fischereiindustrie oftmals auf Widerstand. Sie behaupten, dass sie dadurch weniger Fische fangen könnten und die Fischerhäfen dicht machen müssten. Der Unterschied zwischen Nahrung vom Land und Nahrung aus dem Meer ist, dass wir Nahrung aus dem Meer nur haben, wenn es die wilde Natur noch gibt.

    Wenn jemand lauter Bäume fällt, ohne wieder neue Bäume zu setzen, so wird er bald keine Bäume mehr haben.

    Meeresschutzgebiete fördern

  • Die Übersäuerung der Meere

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    Die Ozeane haben rund dreissig Prozent des Kohlendioxids aufgenommen, das durch die Tätigkeiten der Menschen freigesetzt wurde, vorallem durch das Verbrennen Fossiler Brennstoffe, die Umwandlung der Wälder und Sümpfe in Städte und landwirtschaftliche Nutzflächen, sowie die Zementproduktion. Dämmen wir die Kohlendioxidemissionen nicht ein, ist damit zu rechnen, dass der Säuregehalt bis 2050 um 150 % steigt. Das wäre ein seltenes Ereignis in der ganzen Geschichte unseres Planeten. Die Versauerung der Ozeane hat Auswirkungen auf einen grundlegenden Aspekt nahezu allen Daseins.

    Wenn die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre steigt erhöht sich auch die Menge des im Meer gelösten Kohlendioxids. Wenn Kohlendioxid sich im Meereswasser löst, entsteht Kohlensäure (Sprudelwasser, Champagner etc.). Dabei werden Biocarbonat und Wasserstoffionen frei, und die Menge an Carbonationen geht zurück. Die Wasserstoffionen machen das Meer saurer und der Rückgang der Carbonationen ist schlecht für alles, das nur mit einer Kalkhülle oder einem Kalkskelett leben kann.

    Die Polarmeere sind für ihre enorme Produktivität bekannt. Wale schwimmen jedes Jahr tausende Kilometer um sich dort vollzufressen. Die Versauerung der Polarmeere hat gravierende Auswirkungen. Eine entscheidende Tiergruppe in den Nahrungsnetzen sind die Pteropoden, winzige Schnecken mit einem Fuss, der sich zu zwei zarten Flügeln erweitert und zum Schwimmen dient. Sie leben in transparenten Gehäusen. Sie sind kleiner als ein Fingernagel, und ihre Dichte kann bis zu zehntausenden Individuen je Kubikmeter Wasser ansteigen. Wenn das Wasser nicht genügend mit Carbonat gesättigt ist, werden die Pteropoden verschwinden. Ihre Gehäuse lösen sich bei einem Säuregehalt der schon bald erreicht ist auf. Teile des Meeres vor Nordkanada sind schon heute für die Pteropoden Gehäuse ätzend. Die Versauerung wird durch das abtauende Meereis verstärkt. Im Polarmeer rund um die Antarktis wird es den Voraussagen zufolge 2030 soweit sein. In der Beringsee ungefähr im Jahr 2100.

    Wirbellose Tiere werden durch den steigenden Säuregehalt des Wassers im Wachstum, Verhalten bis zur Fortpflanzung beeinflusst. Dutzende Experimente bestätigen dies und in den Austernfarmen vor der Küste Oregons, kommt die Fortpflanzung in Verbindung mit einem höheren Säuregehalt des Wassers bereits jetzt immer wieder vollständig zum Erliegen. Wir Menschen sind durch die Überfischung wesentlich stärker als früher auf Schalentiere angewiesen. Sie alle bilden Gehäuse aus Carbonat. Im Jahr 2006 erzielte die US-Fischereiindustrie die Hälfte ihres Umsatzes mit Schalentieren. Schalentiere erfüllen zudem eine weitere wichtige Funktion; sie filtrieren und reinigen das Meereswasser.

    Wie sich die Versauerung auf den Kern der Lebenserhaltungssysteme auswirken wird, also auf das Phytoplankton (pflanzlichen Planktonorganismen) ist offen. Von ihm hängt das Leben als Ganzes ab. Phytoplankton produziert ungefähr die Hälfte des Sauerstoffes den wir Menschen einatmen und bildet die Grundlage nahezu allen Lebens in den Ozeanen. Wir sind auf Phytoplankton angewiesen.

    Deshalb ist es enorm wichtig, dass wir uns heute den Auswirkungen unseres Handelns bewusst werden, um unsere Zukunft in die richtige Richtung zu lenken. Auf folgenden Seiten finden Sie Tipps wie wir Co2 Emissionen vermindern können und das globale Bewusstsein stärken.

  • Planktonblüten, Tote Zonen

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    London war um 1815 mit 1,4 Millionen Einwohnern die grösste Stadt der Welt. Die Abwasser und Müll Entsorgung war jedoch alles andere als modern. Beides wurde zu einem grossen Teil auf die Strasse oder in Sinkgruben geschüttet. Die Erfindung der Wasserspülung erhöhte die Menge. 1858 erreichten sie mit dem sogenannten „Grossen Gestank“ der Themse ihren Höhepunkt. Diese „Londoner“ Probleme wiederholten sich auf der ganzen Welt und belasten noch heute die meisten Grossstädte in den Entwicklungsländern. Die Städte liegen an gewaltigen Flüssen, die den Menschen Wasser liefern und Abfälle mitnehmen. Diese Flüsse sind beim Erreichen der Meere voller Jauche, Giftstoffe und Müll aus den Städten, sowie Abwässer aus der Industrie und Landwirtschaft. Dieses Problem verstärkte sich nach dem zweiten Weltkrieg, als die Bauern zur Steigerung ihrer Erträge auf chemische Düngungsmittel zurückgriffen.

    Kunstdünger wird zum Nährstoff für Planktonblüten, die manchmal sogar vom Weltraum aus zu sehen sind. Wenn die Planktonorganismen abgestorben sind, entzieht ihre Zersetzung dem Wasser den Sauerstoff. Es ähnelt einem Leichentuch das über das Meer gelegt wurde. Viele Fische, Krebse und Garnelen schaffen es nicht zu flüchten und sterben wie Muscheln, Schnecken, Würmer und Seesterne die nicht weglaufen können. Fischer sind gezwungen, gespenstisch leeres Gewässer zu durchqueren, wenn sie dahinter in weiter Ferne noch etwas fischen wollen.

    In der Mississippimündung erreicht eine solche Tote Zone mehr als 20000 Quadratkilometer Ozean. Hinzu kommt, dass Planktonblüten auch für Menschen giftig sein können. Alle Indizien weisen nachdrücklich auf Düngemittel aus der Landwirtschaft als Ursache solcher Toten Zonen hin.

    Biologische Produkte sind ein wichtiger Schritt in eine positive Richtung. Natürlich brauchen wir noch weitere Lösungen, doch unser heutiger Griff zu Bioprodukten kurbelt die nachhaltige Produktion an. Fehler die früher gemacht wurden, müssen sich nicht mehr in anderen Ländern wiederholen. Die Anzahl Menschen und somit unsere Auswirkungen, sind heute zu gross um den Schaden danach wieder reparieren zu wollen. Wir müssen jetzt vorsorgen und unser Wissen grosszügig weitergeben. Es geht in der heutigen Zeit nicht mehr um die Erfolge einzelner Länder, sondern um das Bestehen der Natur und des Lebens als Ganzes.

    Biobauern, Karte wo Regionale Bioprodukte zu beziehen sind.

    Ideensammlung – Förderung für eine Nachhaltige Zukunft.

    Menschen die Projekte bereits umsetzen.

  • Weniger Fische im Meer

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    Jagd und Fischerei sind die ältesten Einflüsse des Menschen auf das Meer und bis heute der stärkste.

     

    Die Wahrnehmung verschiebt sich von Generation zu Generation. Was wir heute tun bestimmt das Morgen. Das wachsende Interesse der Endkonsumenten an gesunden und fairen, nachhaltigen Produkten nimmt stetig zu. Gute Informationen sind essenziell. Wir Konsumenten bestimmen die Nachfrage, und somit das was, wie gefischt wird. Beginnen wir bei uns selber und achten darauf bewusst einzukaufen. Freuen wir uns Verantwortung zu übernehmen um eine nachhaltige Zukunft zu erschaffen. Je mehr Menschen darauf achten, desto stärker können wir das Angebot steuern und umso grösser wird die Kraft, auch unseren Kindeskindern Fische in den Meeren zu hinterlassen.

    Globale Vorschriften der Fischerei und die Einhaltung gut überwachter Fischereimethoden bieten eine gute Lösung, setzen wir uns dafür ein.

    Auf den folgenden Seiten gibt es Tipps zum Fischkonsum: Mehr Infos

  • Meeresschutzgebiete

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    Seit dem 19. Jahrhundert setzen sich viele Menschen ein, um vereinzelte Tiere vom Aussterben zu bewahren. Solches Engagement soll weitergehen, doch wir müssen heute viel grösser denken. Landschaften die produktiv waren trocknen aus, die Böden werden salzig, Grundwasser wurde weit unter die Pflanzenwurzeln abgesenkt, der Meeresspiegel steigt. Überfischung, sowie Umweltverschmutzung ersticken die Ozeane. Unsere Bevölkerung wächst rapide, der Druck des Hungers wird immer mehr Massenauswanderungen auslösen. Wir erlegen uns selber Barrieren für unser Wohlergehen, wenn wir die Natur nicht schützen. Die Natur zu unterstützen, damit sie sich wieder in ihrer vollen Pracht und Lebenskraft ausweitet und somit immer mehr Menschen ernähren kann, ist das Ziel. Die Lösung ist nicht ein Rückschritt unserer Technik oder, dass wir uns keine Freuden mehr leisten dürfen. Es geht darum dass wir klüger umgehen mit der Natur.

    Wenn Banken oder Staaten zusammenbrechen werden sie gestützt – da wir wissen, dass wir uns einen Systemzusammenbruch nicht leisten können. Die Natur steht kurz vor ihrem Zusammenbruch – stehen wir gemeinsam ein für unser Lebenssystem und arbeiten wir zusammen für den Wiederaufbau unserer Natur. Das Wohlergehen und wirtschaftlicher Wohlstand sind nur im Einklang mit der Natur möglich. Wir müssen unsere Biosphäre und ihre Lebenskraft und Fruchtbarkeit wieder aufleben lassen. Vielfalt und Fülle der Lebewesen sorgen für die Aufnahme und Bindung von Kohlenstoff, Reinigung und Entgiftung von Wasser, den Aufbau biologischer Strukturen wie Riffe, Marschen und Wälder, die dem Anstieg des Meeresspiegels trotzen und die Küsten schützen, und die Produktion von Sauerstoff ankurbeln.

    Manchmal wird unter dem Namen Umweltschutz grosser Unfug getrieben. Abfälle wie alte Brücken, Eisenbahnen, Ölplattformen, Schiffe Autoreifen oder sontiger Sperrmüll werden in den Meeren entsorgt und dabei gesagt, es diene als eine Art künstliche Riffe. Welche Folgen eine solche Verschmutzung hat sind oft verheerend. Das Militär versenkt auch oft Gerätschaften im Meer und in den Staaten Alabama und Florida, werden sogar Einzelpersonen und Firmen die Entsorgung in festgelegten Bereichen im Meer gestattet für die Entsorgung. In Japan baut man Riffstrukturen aus Beton und verbindet die Aquakultur mit der Zementindustrie. Der grösste Teil der Fischereisubventionen fliest in Japan in die Zementindustrie und dient dem Bau von Häfen und Werften. Eine weitere Idee aus Neuseeland war Seegras aus Plastik herzustellen.

    Die Natürlichen Salzmarschen, Mangrovenwälder und Korallenriffe wiederaufzubauen und zu schützen, dies stärkt Küsten weit besser und kostengünstiger als Plastik und Beton.

    Ein wichtiger Schritt sind Meeresschutzgebiete zu errichten. Damit die Produktivität und die genetische Vielfalt der Lebewesen erhalten bleibt oder maximiert wird, müssen wir ungefähr 1/3 der Meere schützen und den Rest besser bewirtschaften. Im Jahr 1995 tat sich eine kleine Gruppe von Bewohnern der Ise of Arran in Schottland zusammen um einen kleinen Küstenteil schützen zu lassen. Ihr Fischbestand wurde immer kleiner, das beunruhigte sie. Beständige Hartnäckigkeit und Überzeugung führte 2008 zum gewünschten Erfolg. Die Lamlash Bay in Schottland wurden zum ersten Meeresschutzgebiet erklärt und die gesamte Fischerei wurde verboten. Eine kleine Gemeinde hatte die Zukunft des Meeres selbst in die Hand genommen. Auf den Philippinen richteten Bewohner einiger Dörfer bereits in den 1970er Jahren kleine Schutzgebiete ein, um damit die Erholung von Riffen und Fischbeständen zu unterstützen. Wissenschaftler untersuchten diese Gebiete. Sie konnten nachweisen, dass die Schutzmassnahme eindeutig zu mehr Erträgen führten. Mit der Unterstützung von Alcala reisten Fischer durch das Land und gaben ihre Erfahrung weiter. Heute gibt es auf den Philippinen hunderte von Schutzgebieten unter der Verwaltung von Gemeinden. Obwohl die Fischer entsetzlich arm waren, wussten sie was zu tun war und haben gehandelt. Die Liste der Schutzgebiete wird von Monat zu Monat länger. 2010 erklärte OSPAR sechs Regionen im Nordatlantik mit insgesamt 285000 Quadratkiliometern Hochsee zu Meeresschutzgebieten. Es ist das erste Netzwerk von Schutzgebieten in der Hochsee. Ein weiteres wird momentan im Südpolarmeer aufgebaut. Die Begeisterung wächst, da wir sehen dass es Wirkung hat. Da Fischeweibchen mehr Junge hervorbringen je älter sie werden, verbreitet sich das Leben weit über die Grenzen der Schutzzonen aus. Je energischer sich Populationen vermehren, desto besser können sie gegen die Belastungen ankommen, die ihnen auferlegt werden.

    Meeresschutzgebiete stossen jedoch genau bei der grossen Fischereiindustrie oftmals auf Widerstand. Sie behaupten, dass sie dadurch weniger Fische fangen könnten und die Fischerhäfen dicht machen müssten. Der Unterschied zwischen Nahrung vom Land und Nahrung aus dem Meer ist, dass wir Nahrung aus dem Meer nur haben, wenn es die wilde Natur noch gibt.

    Wenn jemand lauter Bäume fällt, ohne wieder neue Bäume zu setzen, so wird er bald keine Bäume mehr haben.

    Meeresschutzgebiete fördern