Umweltschützer Paradox

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Die Natur passt sich an und verändert sich, doch das Problem ist, dass wir die Welt in einem rasanten Tempo verändern. Die Arten können sich nicht so schnell anpassen. Die Belastungen, die der Mensch seiner Umwelt auferlegt, üben einen starken Selektionsdruck auf die Lebewesen aus, und wer weniger gut damit zurechtkommt, wird ausgemerzt. Wir Menschen sind der Grund dieser Veränderung.

Seit den 1980er Jahren werden riesige Mengen an Meeresalgen an die Strände gespült und verrotten da. Sie produzieren Schwefelwasserstoff, ein giftiges Gas das Augenreizungen, Rachenschmerzen sowie in manchen Fällen auch Atembeschwerden verursacht. Beachtlich ist, dass die Zahl der Astmaanfälle die in Krankenhäusern behandelt werden mussten im Bundesstaat Washington höher liegt, als im Durchschnitt der Vereinigten Staaten und ist in den letzten zehn Jahren angestiegen. Das Problem der Algen ist auf die Nährstoffe zurückzuführen die aus Abwässern und Dünger stammen, sowie aus den Stadtgärten und Hausgärten die wir düngen. Schönste Strände werden zu ökologischen Desastern, da sich immer grössere Berge aus verrottendem Seetang auftürmen.

Trotz sehr vieler solcher eindrücklichen Beispiele stehen viele Menschen vor einem Rätsel. Ihnen und dem Wohlergehen vieler Menschen geht es immer besser. Dies eröffnet Spielraum für grosse Skepsis und Kritik. Es gibt mehrere Erklärungen zu diesem Umweltschützer Paradox.

  1. Nahrung ist mit Abstand das wichtigste als Schlüssel zum Wohlbefinden der Menschen. Die Lebensmittelproduktion steigt, die Erzeugung von Fisch, Fleisch, und Getreideproduktionen sind schneller gewachsen als die Bevölkerung und davon profitieren die Gesundheit sowie die Lebenserwartung. Doch dies ist nicht gleichmässig verteilt und an vielen Orten werden durch schnelle Bodenerosion oder Wasserknappheit Hungersnöte ausgelöst.
  2. Das Erfindungsreichtum der Menschen hat uns bis anhin an vielen Orten vor den unangenehmen Auswirkungen der veränderten Umwelt bewahrt. Wir können heute Nahrung von der anderen Seite der Welt heran schaffen, chemische Düngemittel schenken uns Zeit und Erträge und Fische jagen wir via Computer um unsere Speisekammern zu füllen.
  3. Eine weitere Erklärung ist es, dass wir die Auswirkungen noch nicht erlebt haben. Sobald die Ersparnisse unsere natürlichen Ressourcen aufgebraucht sind, werden wir unserer verschwenderischen Lebensweise zu spüren bekommen. Das enorme Bevölkerungswachstum treibt die Geschwindigkeit bis zu dem Punkt an. Manche Ressourcen gehen schneller zur Neige, als andere. Ein Fischer wird früher zur Kasse gebeten, als ein Supermarktkunde in den Vereinigten Staaten oder Europa. Der Stern-Bericht, der 2006 veröffentlicht wurde, der von der britischen Regierung in Auftrag gegeben wurde, schätzt bis 2040 rund zweihundert Millionen Klimaflüchtlinge. Die Gründe sind Trockenheit, Hungersnot und Überschwemmungen.

Ein Beispiel wie wichtig es ist mit der Natur zu leben, zeigt uns Island. Island war nicht immer so öde. Es war ein Land voller lebendiger Böden, Sträucher und Bäume. Überweidung durch Nutztiere zerstörte die empfindliche Vegetation und der Boden ging ans Meer verloren. Nun ist es nur mehr noch eine graue Wüste.

Der Wissenschaftler E. O. Wilson von der Harvard University fasste die Herausforderung so zusammen: „ Wir haben die Gefühle von Steinzeitmenschen, die Institutionen des Mittelalters und die Technologie von Göttern“.

Was kann ich tun?