eins

Gegenwart 1:

01-popup

Die majestätischen Lederschildkröten, Walhaie, Seeotter oder Blauflossenthunfische und viele mehr erfreuen sich dem Leben.

Unseren Enkelkindern zu erzählen, welche Pracht an Tieren es in den Ozeanen gibt lässt ihre Augen erstrahlen. Wir können vermuten, wie sie sich in ihrer bunten Fantasie ausmalen mit diesen wunderbaren Tieren tauchen zu gehen. Wir selber wissen, dass wir den Wandel ganz knapp überstanden haben und geben ihnen Anhaltspunkte für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur.

Zum Glück leben heute wieder dreissigmal so viele Atlantische Blauflossenthunfische. Riesige Eisflächen türmen sich im Südpolarmeer, das Arktiseis wird stärker, und der Nordpol sorgt für die richtige Umwälzung der verschiedenen Gewässer. Eingeschleppter Seetang konnte aus dem Mittelmeer entfernt werden und Seegraswiesen erfreuen sich ihrer alten Heimat. Das Leben in den Ozeanen blüt auf.

Wir schätzen die ökologischen Prozesse, die wir nicht für selbstverständlich halten und von denen unser angenehmen Leben, unser Vergnügen und unsere Existenz abhängt. Die Ozeane werden geachtet und gepflegt.

Der Fischerei wurde bewusst, dass sie Meereschschutzgebiete fördern müssen, damit sie auch mehr Ertrag haben. Die Anzahl der Menschen ist nochmals gestiegen, doch zum Glück hat sich dies nun beruhigt. Viel Gift dass in den Meeren schwimmt fand seine Ruhe oder wurde dem Meer entnommen.

Die Industriestaaten helfen und unterstützend die Entwicklungsländer mit Know How, wie sie nachhaltiger Handeln können. Die nötigen Mittel stehen zur Verfügung und das Wissen wird gerne geteilt. Wir Menschen erfreuen uns an unserer Gesundheit.

Früher verwendete man Kunstdünger, heute hat man bessere Lösungen gefunden die die Natur unterstützen und gesund halten. Filtrierer gibt es wieder in genügender Menge und Mangroven Wälder und Salzmargen werden stetig aufgeforstet und gepflegt.

Das Leben der Meere pulsiert. Der Klimawandel konnte gestoppt werden. Die Zirkulation der Wasserschichten, kann ihren normalen Fortlauf nehmen. Die Arten mit den Carbonatgehäusen haben sich vermehrt. Ihre Häuschen dienen ihnen als stabilen Schutz. Die Phytoplanktonorganismen welche für die Produktion von Sauerstoff nötig sind erfüllen ihre Aufgaben.

Die Welt ist wieder voller Fische. Die Ozeane sind gesund. Der Meeresspiegel bleibt konstant. Die Menschen können in ihren Häusern und Städten bleiben. Das Wetter ist wieder normalisiert. Die Meere sind sauber. Der Plastik ist aus den Meeren gefischt und entsorgt worden. Alle Orte konnten sich erholen. Der Mensch hilft sich selbst in dem er die Natur schützt und unterstützt.

 


Gegenwart 2:

Die majestätischen Lederschildkröten, Walhaie, Seeotter oder Blauflossenthunfische und viele mehr, wird es nirgendwo mehr auf der Welt geben, wenn wir so weiter machen. Ohne diese Tiere wird das Leben ein Teil seiner Grossartigkeit verlieren. Ist es fair, dass wir unsere Enkel dieser stolzen Tiere, die sie in einem Buch oder Film gesehen haben berauben?

Seit den letzten tausend Jahren haben sich die Einflüsse auf die Umwelt von uns Menschen aufgetürmt. Der Wandel der im Gange ist, hat keinen vergleichbaren ausser vielleicht die Zeit nach dem Asteroideneinschlag der vor 65 Millionen Jahren die Dinosaurier aussterben liess. Unsere Einflüsse auf die Umwelt überhäufen sich.

Vor 50 Jahren gab es in freier Wildbahn dreissigmal so viele Atlantische Blauflossenthunfische. Riesige Eisflächen sind im Südpolarmeer abgebrochen, das Arktiseis wird dünner, und nachdem am Norpol eisfreie Flächen auftauchen konnte sich Oberflächenwasser aus Nordpazifik und Nordatlantik zum ersten Mal seit 800000 Jahren vermischen. Eingeschleppter Seetang hat Seegraswiesen im Mittelmeer erstickt. Tote Zonen werden immer zahlreicher. Meeresströmungen haben sich verlangsamt.

Auch wenn es schwer zu begreifen ist und gerne verschwiegen wird: Es besteht die Gefahr, dass die Meere wegen der starken Beeinträchtigung nicht mehr die ökologischen Prozesse aufrechterhalten können, die wir für selbstverständlich halten und von denen unser angenehmes Leben, unser Vergnügen und vielleicht sogar unserer gesamte Existenz abhängen.

Der älteste Einfluss des Menschen auf das Meer ist die Fischerei, doch erst in den letzten 150 Jahren wurden die Auswirkungen auf globaler Ebene bemerkbar. Wir haben die Meere ausgebeutet und die wachsende Bevölkerung steht vor einem grossen Fragezeichen der Ernährung aus dem Meer. Hinzu kommt die steigende Umweltverschmutzung und der Bevölkerungswachstum. Viele giftige Ströme wurden zwar gestoppt, andere schmutzige Tätigkeiten wurden von den Industriestaaten in Entwicklungsländer verlagert. Viele Chemikalien haben sich so weit verbreitet, dass wir ihnen nicht mehr aus dem Weg gehen können. Und wir stellen immer wieder neue Chemikalien her, deren Auswirkungen wir erst viele Jahre später bemerken. Fortpflanzung und Gesundheit der Lebewesen werden beeinträchtigt. Wir Menschen stehen zu alle dem, an der Spitze des Nahrungsnetzes und reichern uns über die Nahrung aus den Gewässern mit Giftstoffen an.

Die Industrialisierung der Landwirtschaft ermöglichte es den erwarteten Bevölkerungszusammenbruch in den 1980er und 1990er Jahren zu vermeiden, indem grosszügig angewendeter Kunstdünger und andere Agrochemikalien gespritzt wurden. Regen und Bewässerung tragen den Chemischen Ballast bis ins Meer und passieren Flussmündungsgebiete und Deltas in denen natürliche Filtrierer fast vollständig verschwunden sind und Feuchtgebiete gerodet oder umgepflügt wurden. Im Meer angekommen breitet sich durch die Nährstoffreiche Suppe ein Teppich aus, der alles Leben unter ihm erstickt. Quallen sind ziemlich die einzigen die sich darüber erfreuen. Der Klimawandel treibt den Wandel weiter voran. Die Erwärmung hat gravierende Auswirkungen auf die Zirkulation der Wasserschichten, was zu Sauerstoffverlust führt. Welche Auswirkung die Versauerung haben wird ist schwer vorauszusagen. Das Leben für Arten mit Carbonatgehäuse wird schwer werden und je nach Grad der Versauerung werden sie ausgemerzt. Zu dieser Art gehören auch einige der wichtigsten Primärproduzenten im Meer, die Phytoplanktorganismen, die das Nahrungsnetz aufrechterhalten.

Warnzeichen genug um jetzt etwas zu ändern. Der Firth of Clyde in Schottland zeigt uns eine Welt ohne Fische. Vor der italienischen Vulkaninsel Ischia können wir zum Vergleichen in einem sauren Meer tauchen. Der Golf von Bohai in China zeigt, wie Tote Zonen durch Verschmutzung entstehen und wie Quallen und giftige Planktonblüten sich ausbreiten. An hunderten Orten auf der ganzen Welt bekommen wir einen Vorgeschmack auf die Verwüstung die sauerstoffarmes Wasser anrichten kann. Die Nordsee zeigt Wandernde Arten die vor der Wärme flüchten. San Francisco und der Golf von Maine füllen sich mit fremden Arten. Der Meeresspiegel steigt und macht vor Millionenstädten und riesigen Landwirtschaftlichen Zonen nicht Halt und die Meere füllen sich mit Plastik und anderen Abfällen.

 


Ich stimme für: Geschichte 1 Geschichte 2

Teilt diese Story in alle Welt!

Nach oben