Meeresschutzgebiete

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Seit dem 19. Jahrhundert setzen sich viele Menschen ein, um vereinzelte Tiere vom Aussterben zu bewahren. Solches Engagement soll weitergehen, doch wir müssen heute viel grösser denken. Landschaften die produktiv waren trocknen aus, die Böden werden salzig, Grundwasser wurde weit unter die Pflanzenwurzeln abgesenkt, der Meeresspiegel steigt. Überfischung, sowie Umweltverschmutzung ersticken die Ozeane. Unsere Bevölkerung wächst rapide, der Druck des Hungers wird immer mehr Massenauswanderungen auslösen. Wir erlegen uns selber Barrieren für unser Wohlergehen, wenn wir die Natur nicht schützen. Die Natur zu unterstützen, damit sie sich wieder in ihrer vollen Pracht und Lebenskraft ausweitet und somit immer mehr Menschen ernähren kann, ist das Ziel. Die Lösung ist nicht ein Rückschritt unserer Technik oder, dass wir uns keine Freuden mehr leisten dürfen. Es geht darum dass wir klüger umgehen mit der Natur.

Wenn Banken oder Staaten zusammenbrechen werden sie gestützt – da wir wissen, dass wir uns einen Systemzusammenbruch nicht leisten können. Die Natur steht kurz vor ihrem Zusammenbruch – stehen wir gemeinsam ein für unser Lebenssystem und arbeiten wir zusammen für den Wiederaufbau unserer Natur. Das Wohlergehen und wirtschaftlicher Wohlstand sind nur im Einklang mit der Natur möglich. Wir müssen unsere Biosphäre und ihre Lebenskraft und Fruchtbarkeit wieder aufleben lassen. Vielfalt und Fülle der Lebewesen sorgen für die Aufnahme und Bindung von Kohlenstoff, Reinigung und Entgiftung von Wasser, den Aufbau biologischer Strukturen wie Riffe, Marschen und Wälder, die dem Anstieg des Meeresspiegels trotzen und die Küsten schützen, und die Produktion von Sauerstoff ankurbeln.

Manchmal wird unter dem Namen Umweltschutz grosser Unfug getrieben. Abfälle wie alte Brücken, Eisenbahnen, Ölplattformen, Schiffe Autoreifen oder sontiger Sperrmüll werden in den Meeren entsorgt und dabei gesagt, es diene als eine Art künstliche Riffe. Welche Folgen eine solche Verschmutzung hat sind oft verheerend. Das Militär versenkt auch oft Gerätschaften im Meer und in den Staaten Alabama und Florida, werden sogar Einzelpersonen und Firmen die Entsorgung in festgelegten Bereichen im Meer gestattet für die Entsorgung. In Japan baut man Riffstrukturen aus Beton und verbindet die Aquakultur mit der Zementindustrie. Der grösste Teil der Fischereisubventionen fliest in Japan in die Zementindustrie und dient dem Bau von Häfen und Werften. Eine weitere Idee aus Neuseeland war Seegras aus Plastik herzustellen.

Die Natürlichen Salzmarschen, Mangrovenwälder und Korallenriffe wiederaufzubauen und zu schützen, dies stärkt Küsten weit besser und kostengünstiger als Plastik und Beton.

Ein wichtiger Schritt sind Meeresschutzgebiete zu errichten. Damit die Produktivität und die genetische Vielfalt der Lebewesen erhalten bleibt oder maximiert wird, müssen wir ungefähr 1/3 der Meere schützen und den Rest besser bewirtschaften. Im Jahr 1995 tat sich eine kleine Gruppe von Bewohnern der Ise of Arran in Schottland zusammen um einen kleinen Küstenteil schützen zu lassen. Ihr Fischbestand wurde immer kleiner, das beunruhigte sie. Beständige Hartnäckigkeit und Überzeugung führte 2008 zum gewünschten Erfolg. Die Lamlash Bay in Schottland wurden zum ersten Meeresschutzgebiet erklärt und die gesamte Fischerei wurde verboten. Eine kleine Gemeinde hatte die Zukunft des Meeres selbst in die Hand genommen. Auf den Philippinen richteten Bewohner einiger Dörfer bereits in den 1970er Jahren kleine Schutzgebiete ein, um damit die Erholung von Riffen und Fischbeständen zu unterstützen. Wissenschaftler untersuchten diese Gebiete. Sie konnten nachweisen, dass die Schutzmassnahme eindeutig zu mehr Erträgen führten. Mit der Unterstützung von Alcala reisten Fischer durch das Land und gaben ihre Erfahrung weiter. Heute gibt es auf den Philippinen hunderte von Schutzgebieten unter der Verwaltung von Gemeinden. Obwohl die Fischer entsetzlich arm waren, wussten sie was zu tun war und haben gehandelt. Die Liste der Schutzgebiete wird von Monat zu Monat länger. 2010 erklärte OSPAR sechs Regionen im Nordatlantik mit insgesamt 285000 Quadratkiliometern Hochsee zu Meeresschutzgebieten. Es ist das erste Netzwerk von Schutzgebieten in der Hochsee. Ein weiteres wird momentan im Südpolarmeer aufgebaut. Die Begeisterung wächst, da wir sehen dass es Wirkung hat. Da Fischeweibchen mehr Junge hervorbringen je älter sie werden, verbreitet sich das Leben weit über die Grenzen der Schutzzonen aus. Je energischer sich Populationen vermehren, desto besser können sie gegen die Belastungen ankommen, die ihnen auferlegt werden.

Meeresschutzgebiete stossen jedoch genau bei der grossen Fischereiindustrie oftmals auf Widerstand. Sie behaupten, dass sie dadurch weniger Fische fangen könnten und die Fischerhäfen dicht machen müssten. Der Unterschied zwischen Nahrung vom Land und Nahrung aus dem Meer ist, dass wir Nahrung aus dem Meer nur haben, wenn es die wilde Natur noch gibt.

Wenn jemand lauter Bäume fällt, ohne wieder neue Bäume zu setzen, so wird er bald keine Bäume mehr haben.

Meeresschutzgebiete fördern