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Lärm unter Wasser

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Heute werden 80 Prozent aller international gehandelten Waren auf dem Seeweg transportiert. Supertanker machen einen ohrenbetäubenden Lärm. Ein Wal kann ihn mit der Schall Übertragung unter Wasser bereits einen Tag vor der Ankunft hören. Doch es gibt noch weitaus heftigeren Lärm. Unterwasser Gestein wird mit Explosionen nach Öl und Gasvorkommen abgesucht. Vermessungsschiffe haben Luftgewehre, die Schallwellen von bis zu zweihundert Dezibel erzeugen und Schockwellen durch den Meeresboden laufen lassen.

Tiere unter Wasser kommunizieren mit Schall. Viele Meerestiere haben darum ein ausgezeichnetes Gehör. Sie können mit Hilfe des Schalls das Bild ihrer Umgebung wahrnehmen, natürliche Feinde meiden, Paarungspartner anlocken und Beute finden. Hintergrundlärm macht ihr Leben schwieriger und gefährlicher. Sie stehen unter Stress, wenn sie dem Lärm von Booten oder anderen lauten Geräuschen ausgesetzt sind. Ihr Herz schlägt schneller und einiger bilden Cortisol. Das Hormon das gestresste Manager oder gehetzte Mütter oftmals erhöht haben. Cortisol steigert den Blutdruck, erhöht das Herzinfarkt- Schlaganfallrisiko und unterdrückt das Immunsystem.

Hintergrundgeräusche machen es zB. für Larven wie die der Rifffische schwieriger, sich von Schallwellen zum richtigen Lebensraum leiten zu lassen. Auch die Nahrungsaufnahme wird durch die akustische Verschmutzung gestört. Meerestiere unterbrechen ihre Nahrungssuche immer wieder, wenn ein Boot näher kommt. Somit ist Lärm ein weiterer Einfluss, der den Bestand einer Population beeinflussen kann.

Es gibt einfache Methoden, um die Lärmentwicklung von Schiffen zu vermindern. Die lautesten Geräusche entstehen durch die Propellerkavitation. Eine rotierende Schiffsschraube erzeugt hinter jedem Schraubenblatt eine Zone mit vermindertem Druck. Dieser ist umso niedriger, je schneller die Schiffsschraube sich dreht, und irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem sich zwischen Wasser und Propeller ein Hohlraum bildet. Wenn diese Kavitäten weggeschleudert werden, schliessen sie sich mit einem hörbaren Knall. Bei einer niedrigen Geschwindigkeit tritt keine Kavitation auf. Somit wäre eine einfache Lösung zur Lärmverminderung – langsamer zu fahren. Viele Schifffahrtslinien haben ihre Geschwindigkeit bereits von 25 auf 12 Knoten vermindert. Ironischerweise sind sie wieder bei der Geschwindigkeit der früheren Segelschiffe angekommen. Hohe Treibstoffkosten und das wachsende Bewusstsein für die Treibhausgasemission der globalen Flotte waren Auslöser für die Verminderung. Die grössten Schiffe geben mehr Kohlendioxid ab, als die kleinsten Staaten der Welt und insgesamt trägt die Handelsflotte 4.5 Prozent zur globalen Kohendioxidverschmutzung bei.

Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation hat Verbesserungen bei der Sicherheit der Öltransporte umsetzen können. Mit Sicherheit ist es möglich auch die Lärmverschmutzung und Treibstoffeffizienz zu vermindern. Setzen wir uns dafür ein. Organisationen die sich in diesem Bereich einsetzen, sind ermuntert sich bei uns zu melden um ein grösstmögliches Bewusstsein und Unterstützung anzukurbeln.

1996 kam es am Golf von Kyparissia im Westen Griechenlands zu einer ungewöhnlichen Massenstrandung von Cuvier Schnabelwalen. Wenn mehrere Wale gleichzeitig stranden, kommen sie in der Regel am gleichen Ort an die Küste. Dieses Mal jedoch strandeten sie getrennt, an einem nahezu 40 km langen Küstenabschnitt. Die Nato hatte im Golf von Kyparissia genau zur Todeszeit der Wale ein Marine-Sonarsystem getestet, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Zusammenhang besteht ist gross. Entweder waren sie unmittelbar durch die Geräusche geschädigt, oder waren derart orientierungslos, dass sie unabsichtlich an die Strände schwammen. Seit da stranden Schnabelwale verschiedener Arten auf ganz ähnliche Weise und fast immer hatte das Militär ganz in der Nähe extrem laute Geräte getestet. Die betroffenen Tiere haben oftmals schwerwiegende innere Verletzungen und bluten sogar aus den Ohren. Sie litten wie Taucher die zu lange unter Wasser geblieben sind an der Kompressionskrankheit.

Wenn Sie gerne helfen möchten, ist die Unterstützung zum Aufbau von Meeresschutzgebieten eine gute Lösung. Meereslebewesen haben hier die Möglichkeit sich von einigen der vielen Einflüsse erholen zu können und ihre Überlebenschance zu stärken.

Hier finden Sie interessante Infos:

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