Fremde „nicht-indigene“ Arten

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Arten werden durch viele Faktoren begrenzt, physische Barrieren sind die häufigsten. Wir Menschen haben diese Barrieren durchbrochen oder beseitigt. Seit dem 15. Und 16. Jahrhundert, als die grossen Entdeckungsreisen zur See begannen, konnten Arten plötzlich viel grössere Entfernungen zurücklegen. Die Reisen ermöglichten neue Besiedlungen in andere Regionen. Sie mussten Hürden des Transports überstehen und am neuen Ort in genügender Anzahl angekommen sein, um im neuen Revier Fuss fassen und sich selbst erhalten zu können

In früheren Jahrhunderten lagen Schiffe häufig viele Wochen an fremden Küsten vor Anker oder im Hafen. Lebewesen die sich an der Unterseite der Schiffe angeheftet haben, hatten genug Zeit, Eier und Larven freizusetzen. Zudem wurden sie alle paar Monate sauber gekratzt wobei unzählige Arten an neue Orte verschleppt wurden. Im Wasser, oberhalb des Kiels der Schiffe in der Bilge, konnten Pflanzen und Tiere transportiert werden. Ballaststeine, dienten die wenig beladenen Schiffe für den ausreichenden Tiefgang schwerer zu machen. Die Steine liessen sie dann in der neuen Welt liegen und beluden ihre Schiffe stattdessen mit Ladung. Diese Steine waren auch oft mit blinden Passagieren besetzt.

Seit dem Ende des 19 Jahrhunderts wird Wasser als Ballast in einem Hafen aufgenommen und in einem anderen wieder abgelassen. Dies ist das heutige Auswanderungsvehikel. Winzige Eier oder Larven, sogar ausgewachsene Fische bis zu dreissig Zentimeter können sich so ungewollt auf Reise begeben. Die letzte Zählung ergab 50‘000 Schiffe die aktuell mit Gütern beladen auf den Meeren herum pflügen. Jedes Jahr werden ungefähr 12 Kubikkilometer Ballastwasser von einem Ort zum anderen transportiert.

Eingeschleppte Arten nennen wir „fremd“ oder „nicht-indigen“. Die Folgen für ein Ökosystem sind oft verheerend. Eingeschleppte Lebewesen können lokale Arten ausrotten und ein Chaos anrichten. In Süd Florida wurden Ende 20. Jahrhunderts genug Rotfeuerfische aus Aquarien frei gelassen, dass sich eine neue Population bilden konnte. Das Leben der Korallenriffe in der Karibik wurde durch diese Invasion komplett verändert, die Tiere die dort lebten wurden niedergemetzelt. Nicht alle eingeschleppten Arten verursachen Probleme. Schätzungen aus dem Jahr 2000 zufolge, kostet es uns dennoch jedes Jahr 1.4 Billionen Dollar die durch eingeschleppte Arten angerichteten Schäden „rückgängig“ zu machen.

Vorbeugen ist auch hier die beste Lösung. Für die Aquakultur ist es am einfachsten, Arten nicht mehr ausserhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes zu züchten. Ballastwasser der Schiffe kann mit der Abwärme der Motoren oder UV-Licht unerwünschte Passagiere vermindern. Eine weitere Lösung ist es, das Wasser auf hoher See zu wechseln. Arten die aus Küstenregionen stammen richten grössere Schäden an. Die Bekämpfung invasiver Arten an den Rümpfen kann mit der Beschichtung aus glasverstärktem Vinylharz zum Erfolg führen. Es verringert die Reibung und erschwert es wandernden Arten, sich daran festzusetzen. Hochdruckreiniger können diese instand halten. Ein internationales Abkommen, kann den nötigen Erfolg bringen.

Organisationen die sich um ein solches Abkommen einsetzen können sich gerne mit uns in Verbindung setzen für Kundmachung und Unterstützung.