Die Übersäuerung der Meere

07-popup

 

Die Ozeane haben rund dreissig Prozent des Kohlendioxids aufgenommen, das durch die Tätigkeiten der Menschen freigesetzt wurde, vorallem durch das Verbrennen Fossiler Brennstoffe, die Umwandlung der Wälder und Sümpfe in Städte und landwirtschaftliche Nutzflächen, sowie die Zementproduktion. Dämmen wir die Kohlendioxidemissionen nicht ein, ist damit zu rechnen, dass der Säuregehalt bis 2050 um 150 % steigt. Das wäre ein seltenes Ereignis in der ganzen Geschichte unseres Planeten. Die Versauerung der Ozeane hat Auswirkungen auf einen grundlegenden Aspekt nahezu allen Daseins.

Wenn die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre steigt erhöht sich auch die Menge des im Meer gelösten Kohlendioxids. Wenn Kohlendioxid sich im Meereswasser löst, entsteht Kohlensäure (Sprudelwasser, Champagner etc.). Dabei werden Biocarbonat und Wasserstoffionen frei, und die Menge an Carbonationen geht zurück. Die Wasserstoffionen machen das Meer saurer und der Rückgang der Carbonationen ist schlecht für alles, das nur mit einer Kalkhülle oder einem Kalkskelett leben kann.

Die Polarmeere sind für ihre enorme Produktivität bekannt. Wale schwimmen jedes Jahr tausende Kilometer um sich dort vollzufressen. Die Versauerung der Polarmeere hat gravierende Auswirkungen. Eine entscheidende Tiergruppe in den Nahrungsnetzen sind die Pteropoden, winzige Schnecken mit einem Fuss, der sich zu zwei zarten Flügeln erweitert und zum Schwimmen dient. Sie leben in transparenten Gehäusen. Sie sind kleiner als ein Fingernagel, und ihre Dichte kann bis zu zehntausenden Individuen je Kubikmeter Wasser ansteigen. Wenn das Wasser nicht genügend mit Carbonat gesättigt ist, werden die Pteropoden verschwinden. Ihre Gehäuse lösen sich bei einem Säuregehalt der schon bald erreicht ist auf. Teile des Meeres vor Nordkanada sind schon heute für die Pteropoden Gehäuse ätzend. Die Versauerung wird durch das abtauende Meereis verstärkt. Im Polarmeer rund um die Antarktis wird es den Voraussagen zufolge 2030 soweit sein. In der Beringsee ungefähr im Jahr 2100.

Wirbellose Tiere werden durch den steigenden Säuregehalt des Wassers im Wachstum, Verhalten bis zur Fortpflanzung beeinflusst. Dutzende Experimente bestätigen dies und in den Austernfarmen vor der Küste Oregons, kommt die Fortpflanzung in Verbindung mit einem höheren Säuregehalt des Wassers bereits jetzt immer wieder vollständig zum Erliegen. Wir Menschen sind durch die Überfischung wesentlich stärker als früher auf Schalentiere angewiesen. Sie alle bilden Gehäuse aus Carbonat. Im Jahr 2006 erzielte die US-Fischereiindustrie die Hälfte ihres Umsatzes mit Schalentieren. Schalentiere erfüllen zudem eine weitere wichtige Funktion; sie filtrieren und reinigen das Meereswasser.

Wie sich die Versauerung auf den Kern der Lebenserhaltungssysteme auswirken wird, also auf das Phytoplankton (pflanzlichen Planktonorganismen) ist offen. Von ihm hängt das Leben als Ganzes ab. Phytoplankton produziert ungefähr die Hälfte des Sauerstoffes den wir Menschen einatmen und bildet die Grundlage nahezu allen Lebens in den Ozeanen. Wir sind auf Phytoplankton angewiesen.

Deshalb ist es enorm wichtig, dass wir uns heute den Auswirkungen unseres Handelns bewusst werden, um unsere Zukunft in die richtige Richtung zu lenken. Auf folgenden Seiten finden Sie Tipps wie wir Co2 Emissionen vermindern können und das globale Bewusstsein stärken.