Ozeane voller Plastik

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Plastik

1/3 aller Kunststoffe werden zu Wegwerfverpackungen verarbeitet die 1 Mal benutzt und dann weggeworfen werden. Die enormen Plastikabfälle und negativen Einflüsse auf die Natur werden immer mehr Menschen bewusst.

Weltweit gibt es 350 Millionen Tonnen Plastik Abfall pro Jahr. Nur 55 Millionen Tonnen davon wurden zB. 2015 recycliert. 86 Mio Tonnen wurden verbrannt, 210 Mio Tonnen wurden nicht fachgerecht entsorgt. Die Hälfte davon also ca 100 Mio Tonnen landete allein im Jahr 2015 in der Umwelt. Bis zu 140 Millionen Tonnen Plastik treiben inzwischen in den Meeren. Zwei Drittel der Meeresvögel haben Plastik im Magen unzählige Tiere sterben daran.

Beispiele

Ein Albatrosküken das man im Pazifik fand hatte ein Stück Plastik gefressen, in das eine Seriennummer eingepresst war. Man konnte es zu einem Bomber der US-Luftwaffe zurückverfolgen der 1944 ins Meer gestürzt war. An allen Stränden der Welt werden Plastikteile angespült und mit den Wellen wieder fortgetragen. In Südafrika wurden für Statistische Zwecke, 1984 bis 2005, alle Plastikverschlüsse von Flaschen gezählt, die an einen Strand gespült wurden. Sie nahmen um fünftausend Prozent zu.

Nicht nur in den Ozeanen sieht man die Probleme des Litterings. Es gibt Fotos von Eichhörnchen die in Aludosen feststecken und ehlendlich verendet sind. Ein anderes Foto welches auf Facebook von „Storch Basel“ geteilt wurde war folgendes:

Aktuelle Auswertung Schweiz

Eine aktuelle Auswertung zum Thema Müll in der Schweiz bringt der SwissLitterReport bei welchem ocean-R-evolution.com auch an der monatlichen Sammlung und Auswertung mitgemacht hat. Ein komplettes Jahr lang sammelten wir monatlich an der selben Stelle Müll und teilten unsere Funde in einer App. Der Report kann hier eingesehen und herunter geladen werden: http://www.stoppp.org

Es ist sehr interessant wie Menschen, welche das erste Mal an einem CleanUp dabei sind, sich wundern wieviel Müll sie oft in kürzester Zeit finden in unserer schönen Bodenseegegend.

 

Mikroplastik

Kunststoffe werden nur sehr langsam abgebaut und zerfallen im Verlaufe der Zeit in winzige Stücke. Ungefähr ½ sinkt mit der Zeit auf den Meeresgrund. Plastikteilchen die sich zersetzen geben giftige Verbindungen frei. Auch andere Plastikteile die an und für sich ungiftig wären, reichern sich auf ihrer Oberfläche mit Giftstoffen und Chemikalien an (zB. Pestizide).

Viele Teilchen, die in den Ozeanen herumtreiben, haben eine Grösse von Millimetern und sind oft so klein wie Planktonorganismen, die auf dem Speiseplan von unzähligen von Lebewesen am unteren Ende des Nahrungsnetzes stehen. Nahezu alle Arten, die das Wasser filtrieren, fressen die kleinen Kunststoffteilchen (inkl. dem Giftstoffmix). Auch in Sedimenten, Meeresboden oder Stränden sind sie in grosser Zahl zu finden. Lebewesen nehmen den Plastik und die Chemikalien auf. Tiere die diese essen, nehmen den Mix wiederum in sich auf. So reichern sich die Giftstoffe bis zu den Fischen an, die am Ende des Nahrungsnetzes stehen und wir gerne essen. Plastik kann bereits in Blutbahnen von Menschen nachgewiesen werden. Welche Auswirkungen das hat, ist nicht geklärt, doch dem gesunden Menschenverstand leuchtet hoffentlich ein, dass wir Handlungsbedarf haben! Es lohnt sich also den Plastikkonsum zu vermindern und auf Wegwerfverpackungen zu verzichten.

Zwar stammt der grösste Teil des Plastikmülls aus Entwicklungsländern wie Indonesien, Vietnam, Thailand oder Philippinen dennoch findet sich Mikroplastik unterdessen auch im europäischen Trinkwasser und sogar in der Luft. Auf den Dächern und Strassen von Paris setzen sich jährlich bis zu 10 Tonnen Mikroplastik aus der Luft ab. Selbst in der Rheinquelle, fanden Forscher eine erstaunliche hohe Konzentration von Mikroplastik. Mikroplastik gibt es sogar in der Arktis, sowie dem tiefsten Punkt der Erde. Plastik der Hunderte Jahre nicht abgebaut wird.

 

Ein beachtlicher Teil gelangt auch direkt als Mikroplastik ins Meer, zB. aus Kosmetika oder Farben denen Mikroplastik beigemischt wird. Bei Kosmetikprodukten können wir darauf achten dass Polyethylen nicht auf der Zutatenliste steht. Manche Peelings, Gesichtscremes oder Zahnpasten werden mit winzigen Plastikkügelchen angereichert. In diesem Fall waschen wir uns mit Plastik, das bei der Abwasseraufbereitung nicht komplett ausgefiltert werden kann. Wenn diese Produkte nicht mehr gekauft werden, verschwinden sie auch wieder aus dem Sortiment.

Der Grösste Anteil, den Schweizer an Plastik in den Gewässern produzieren kommt von Littering, achtlos weggeworfene Gegenstände in der Natur, als zweiter Faktor kommt das Wäschewaschen. Es können nicht alle Kunststofffasern von den Kläranlagen herausgefiltert werden. Wie kann man das vermeiden? (Bio)-Baumwollkleider benutzen und es gibt extra Säcke wo man synthetische Kleidung reinfüllen kann und diese in diesem Säcklein wäscht. Die Kunststofffasern sammeln sich beim Waschen in den Ecken dieser Säcklein, welche man danach fachgerecht entsorgen kann. Ein weiterer grosser Faktor sind Reifen von Personenwagen, welche durch den Abrieb Plastik in die Natur freisetzen.

 

Positive Vorbilder

Der Wandel ist möglich und bereits im Gang. Was es braucht ist das WOLLEN und bewusstes Einkaufen und Handeln jedes einzelnen von uns sowie der Fortschritt in der Forschung. Zurzeit wird in der Schweiz in Fribourg an einem neuen „Plastik“ aus Hühnerfedern getüftelt.

Die Tierfilmerin Rebecca Hoskins setzte sich dafür ein, dass Plastiksäcke in ihrem Heimatort Modbury in England abgeschafft wurden. Dies führte soweit, dass es in Supermärkten von ganz Grossbritannien zu einer Verringerung der Benutzung von Plastiktüten kam. Auch in den Entwicklungsländern wandelt sich der Zeitgeist. In Indien in Maharashtra wurden Plastiktüten von den Behörden verboten und auch Südafrika hat die dünste Form von Plastiktüten verboten. Reinigungen von Stränden treffen auf grosses Interesse freiwilliger Helfer mit wundervollen Erfolgen. Auch die Fischereiindustrie wurde mit dem Projekt „Fishing for litter“ in Europa dazu bewogen den in den Netzen gefangenen Müll an die Küste zu bringen anstatt wieder im Meer zu entsorgen.

Riesige Müllflecken in den Ozeanen ziehen endlose Kreise. Boyan Slat ein junger Umweltaktivist hat es geschafft enorme Aufmerksamkeit auf die Befreiung der Ozeane von Plastikabfällen zu ziehen http://www.theoceancleanup.com/.

 

Vielfach wird hinterfragt, was wir denn ausrichten können für unsere Umwelt im Vergleich zu grossen Ländern. Wie wäre es wenn wir als Vorbild agieren?

Vorbildliches handeln, sowie gute Informationen sind wichtige Punkte. Menschen sind oftmals nicht so gut gebildet und können nicht wissen, was Plastikabfälle in der Umwelt und dem Menschen für Schäden anrichten können. Informieren wir uns und geben ab heute unser Wissen weiter. Jedes Stück Plastik, welches am Strand oder Wegesrand aufgehoben wird hinterlässt einen Eindruck bei anderen Menschen und somit die Möglichkeit als Vorbild zu agieren, um das Verhalten zu überdenken. Scheinbar kleine Taten wie zB. Zigarettenstummel richtig zu entsorgen, sind überaus wichtig. Diese sind nämlich zweifach schädlich, zum einen wegen dem Kunststoff  zum anderen wegen den darin enthaltenen Schadstoffen.

Wie gehst Du mit Plastikabfällen um? Verzichtest Du? Verminderst Du? Verwendest Du sie mehrmals? Verwertest Du sie? Landen sie bei Dir im Müll?
Das Bewusstsein über Dein eigenes Handeln ändert Deine Wirkung auf die Umwelt.

(Diese Informationen haben wir aus folgenden Quellen: Aus dem Buch der Mensch und das Meer von Callum Roberts, Sendung „Einstein“ von SRF, Foto Facebook „Basel Storch“)

Ich will anpacken.