Fischerei, 11. Jahrhundert bis heute

02-popup

 

Zu Beginn des 11. Jahrhunderts ernährten sich die Menschen 80 % von Süsswasserfischen. Städte die grösser wurden, Bevölkerungswachstum, sowie die Ausbreiten des Christentums sorgten für eine immer stärkere Nachfrage an Fischen (Das Christentum verlangte den vorübergehenden oder vollständigen Verzicht auf Fleisch von Vierbeinern). Die Landwirtschaft wurde ausgedehnt, Wälder abgeholzt und das Land für Nutzpflanzen umgepflügt. Innerhalb von kurzer Zeit verwandelte die Bodenerosion schnell dahinströmende, klare, kühle Gewässer in trübe Rinnsale. Fische fühlten sich darin nicht mehr wohl. Hinzu kamen Dämme zum Antrieb von Getreidemühlen die die Fischwanderungsrouten zum Laichen versperrten. Das Angebot der Süsswasserfische ging stark zurück. Zum Ende des 11. Jahrhunderts ernährten sich die Menschen 80% von Salzwasserfischen. Zu dieser Zeit wurden die Fische an Ort und Stelle verzehrt.

Etwa ab dem 13. Jahrhundert nahm der Handel über grössere Distanzen mit luftgetrocknetem und eingesalzenem Fisch zu.

Um das 14. Jahrhundert begann die Schleppnetzfischerei. Ein Netz wurde an einen Holzbalken gespannt und offen gehalten über den Meeresboden gezogen.

Im 15. Jahrhundert wurde in Amsterdam eine Methode entwickelt um Heringe in Salzlake besser haltbar zu machen. (in der Antike wurde das bereits praktiziert.)

Danach nahm die Fischerei – anfangs mit der niederländischen und dann auch mit der britischen Flotte stark zu. Im 17. Jahrhundert gingen mehr als zweitausend niederländische Schiffe auf Heringfang. Riesige Mengen Fische von beeindruckender Grösse sorgten für Begeisterung der Europäer.

Zwischen dem 18. und Mitte des 19. Jahrhunderts ermöglichten Strassen und Eisenbanen einen produktiven Transport zwischen den Küsten und dem Landesinneren. Immer mehr Menschen konnten immer schneller beliefert werden, die Fischerei wurde durch die steigende Anfrage rapide angekurbelt.

In den 1880er Jahren fuhren die ersten Dampfschiffe. Dies ermöglichte den Fischern Tag und Nacht bei jedem Wetter zu arbeiten. Distanzen auf hoher See waren kein Hindernis mehr und Fische konnten bis in grössere Tiefen verfolgt werden. Die steigende Nachfrage liess Schiffe und Netze wachsen.

Anfangs des 20 Jahrhunderts ersetzen Dieselmotoren die Dampfmaschinen. Nach dem zweiten Weltkrieg folgte eine weitere Welle der Industrialisierung die sich bis in die 1970er Jahre fortsetze. Die Leistungen wuchsen durch die Entwicklungen. Kunstfasernetze ersetzen jene aus Hanf und Baumwolle, was schwerere Gerätschaften ermöglichte. Die Langleinen transformierten sich in kürzester Zeit in dutzende von Kilometer langen Leinen mit tausenden von Haken. Treibnetze wurden zu riesigen Todeswänden von ähnlich gewaltiger Länge. Enorme Schleppnetze konnte man dank riesiger Motoren hinter den Schiffen herziehen. Grundschleppnetze waren nun hundert Meter breit und mit Stahlkugeln ausgestattet um alle Unebenheiten auf dem Meeresboden zu erfassen. Eine solch grosse Vielfalt von Fischen und Schalentieren fangen zu können und diese haltbar zu machen erlebte noch nie einen derart steilen Anstieg wie in den letzten 100 Jahren.

Eine neue Fischereitechnik kündigte sich ab den 1950er Jahren an – Die Echolotung. Mit dem Echolot konnte man Fische aufspüren, wie sich Kapitäne aus früheren Generationen niemals erträumt hätten.

Seit den 1980er Jahren können Fischer mit Hilfe von Computern und Satelliten die Fische ausfindig machen und gezielt jagen.