Welche Fische essen

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Ein Bericht der Weltbank mit dem Namen „Die versunkenen Milliarden“ machte deutlich, wie verrückt die Überfischung ist. Würden wir die wichtigsten Fischbestände der Welt weniger Ausbeuten, so ergäbe dies einen 40% höheren Ertrag. In Europa wo die Bestände in einem schlechten Zustand sind, könnte eine verminderte Fischerei sogar 60 % mehr Ertrag einbringen.

Auch die Bewirtschaftung der Fischbestände rangeln sich Vertreter aus diversen Staaten um ein Kuchenstück, doch dass der Kuchen immer kleiner wird beachten sie nicht. Fanganteile sind auch keine Lösung.

Ein guter Anfang ist sicher, dass man keine Fische mehr isst deren Wildbestände übermässig ausgebeutet werden. Oder wenn beim Fang unzählige andere Tiere schädigen wie zb. Garnelen, Jakobsmuscheln oder andere Bodenbewohner die mit Muschelbaggern geerntet werden. Auch Scholle, Kabeljau und Seehecht zu deren Fang Grundschleppnetze dienen. Wer diese essen möchte, soll sie in geangelter Form bevorzugen. Handleinen und Schleppangeln haben weniger Beifang als Langleinen. Bevorzugen Sie kleinere Fische wie Sardellen, Hering und Sardinen. Raubfische, wie der Schwarze Seehecht, Schwertfisch oder Thunfisch sollten gemieden werden, womit sie sich auch selbst den Gefallen machen und sich nicht unnötig mit Schadstoffen anreichern. Angelrute und Leine sollte auch beim Thunfisch bevorzugt werden, wenn sie nicht von ihm ablassen können. „Delfinfreundliche“ Produkte allein schonen Delfine unter Umständen nicht.

Fische aus der Aquakultur fordern einen hohen ökologischen Preis, sowie die Nutzung wilder Fische, die zu Futter verarbeitet werden. Aus der Aquakultur sollten Sie Pflanzenfresser wie Tilepia und Karpfen bevorzugen, da Raubfische wie Lachs und Wolfsbarsch eine enorme Verschwendung an Wildfischen mit sich bringen. Bevorzugen Sie Bioprodukte, denn hier wurden weniger Chemikalien verwendet.

Links zu Fischkonsumationsapp.

Manche Menschen fühlen sich leicht überfordert, doch es wäre falsch aufzugeben und nichts zu tun. Mahatma Gandhi sagte einmal: „Sei der Wandel, den Du in der Welt sehen willst.“ Wenn jeder dort Verantwortung übernimmt wo er kann, und dies millionenfach vervielfältigt wird, so ist es möglich die Zukunft ins Positive zu lenken. Kleine Wirkungen, millionenfach vervielfältigt, werden zu einer enormen Kraft.

Das Siegel MSC

Das Marine Stewardship Council (MSC) hat es sich zur Aufgabe gemacht, Verbraucher bei der Auswahl von Meeresfrüchten aus nachhaltiger Fischerei zu unterstützen. Ihr blau-weisses Logo hat die Form eines Fisches mit einem OK Haken als Schwanz. Das Problem das hinter dem Sigel steht ist folgendes; wenn die Organisation möchte, dass ihr Siegel bekannt wird muss es auch in den Supermärkten auf den Packungen sein. Sie richten sich nach folgenden Kriterien: Ist der befischte Bestand gesund? Schädigt die Fischerei andere Tiere? Und: Wird der Bestand gut bewirtschaftet? Da nicht viele Fischereibetriebe diese Standards berücksichten, erhalten viele das Zertifikat schon aufgrund des Versprechens, ihre Fischereipraktiken zu verbessern. Immer mehr Fischereien werden zertifiziert, die jedoch nicht nachhaltig arbeiten. In dem Bericht über einen schottischen Garnelenfischereibetrieb heisst es, dass man Krabben nicht fangen kann, ohne Beifangarten und den Meeresboden zu schädigen. Weil der Meeresboden aber schon seit langer Zeit auf diese Weise geschädigt werde, so die Schlussfolgerung, mache es nichts, wenn man die Tätigkeit wie gehabt fortsetzt. Hier ein Beispiel wieviel Beifang bei der Garnelenfischerei westlich von Schottland innerhalb von vier Tagen anfällt. Um 28300 Garnelen zu fischen, wurden ungewollt 12500 Fische mitgefangen, die zu 38 Arten gehörten. Alle wurden weggeworfen, die meisten davon tot. Über die Zerstörung des Lebens am Meeresboden schweigt der Bericht sich aus. Der Ruf von MSC ist angeschlagen, dennoch ist es momentan ein recht zuverlässiger Hinweis auf gut bewirtschaftete Fischbestände, in denen die Art um die es geht noch einigermassen vorhanden sind. Doch das ist auch schon alles.

Das MSC muss sich den Gedanken des Schadenausgleichs zu Eigen machen. Eine Idee von Callum Roberts ist es, Fischerei mit Grundschleppnetzen oder Muschelbaggern nur unter einer einzigen Bedingung zertifizieren: Ihre Vertreter müssen neben den Fischereigebieten grosse Schutzgebiete einrichten, damit empfindliche, weniger widerstandsfähige Arten dort Zuflucht finden können. Er erzählte dem Vorsitzenden von MSC seinen Vorschlag. Dieser entgegnete; es sei nicht die Aufgabe des MSC für die Erholung überfischter Arten zu sorgen. Angesichts des Zustands vieler Fischbestände auf der Welt sollte es seine Aufgabe sein. MSC muss über die Nachhaltigkeit bezogen auf die aktuellen Fischbestände hinausdenken. Mehr Raum für die Natur heisst auch mehr Raum für den Menschen.

Fischratgeber 2016 WWF

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