Öl und Benzin

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Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist Öl die Triebkraft der Industrie. Seit jener Zeit begleiten uns Ölumfälle und mit ihnen die schockierenden, traurigen Bilder von Seevögeln und anderen Tieren des Meeres die sich durch das dunkle, erstickende und unentrinnbare Öl kämpfen.

(Fischgerätschaften, die Seevögel und Meeressäuger in Europa und anderswo festhalten und ertrinken lassen, fordern einen noch viel grösseren Tribut. Die Fischereiflotte im Golf von Mexiko tötet an einem Tag mehr Meerestiere als der Unfall von Deepwater Horizon im Laufe mehrerer Monate.)

Höhere Sicherheitsstandards und höhere Investitionen für Vorbeugungsmassnahmen sind das Ziel, da die Menschheit sich in nächster Zeit nicht von Öl abgewöhnen wird, obwohl dies das aller Beste wäre. Ölplattformen und Pipelines können bei Unfällen zu einer Ölpest führen. Seit den 1970 Jahren haben sich die Pipelinelecks mehr als verdreifacht, da heute viel mehr Öl gepumpt wird und viele Pipelines veraltet sind. Das eigentliche Problem liegt an der Expansion der Ölförderung bis in die Tiefsee. Die Unternehmen haben ihre Methoden zum Anzapfen von Ölquellen viel weiter entwickelt als die Fähigkeit, eine Katastrophe einzudämmen, wenn etwas schief geht. Ein Umdenken, und Neuhandeln immer mehr Individuen ist nötig, um die Konzerne zu erreichen.

Die grösste Ursache für Ölverschmutzung im Meer sind nicht havarierte Tanker oder unvorsichtige Bohrarbeiten. Es sind Menschen wie Sie und ich. 2/3 des Öls, das zB. rund um Nordamerika ins Meer gelangt, stammen aus Abwässern von Land (weggeschüttetes Maschinenöl, Treibstoffe oder Lecks aus Industrieanlagen) oder werden unmittelbar durch Freizeitboote und Jet-Skis eingebracht. Die grosse Mehrzahl der Freizeitboote wird durch Zweitacktmotoren angetrieben. Ein Viertel des Benzin-Öl-Gemischs fliesst durch den Motor unmittelbar ins Meer. Auch viele Motorroller fahren mit Zweitaktmotoren.

Benzin und Öl reichern sich an der Meeresoberfläche an, legen sich um die schwimmenden Eier und hungrigen Larven vieler hundert Tierarten und vergiften sie. Eine derart schamlose Verschmutzung zu tolerieren, obwohl es Alternativen gibt ruft nach Kundtun, Bewusstwerden und unser Wissen umzusetzen und weiterzugeben. Wir Konsumenten haben die grösste Macht für Veränderungen.